Le­an­d­ros und die „bö­sen Jungs“

Vi­cky Le­an­d­ros singt auf ih­rer neu­en Plat­te ein un­ge­wöhn­li­ches Du­ett mit Ben Be­cker. Im Früh­jahr geht die 58-Jäh­ri­ge auf Tour­nee. Ein Ge­spräch über den Eu­ro­vi­si­on Song Con­test, über Po­li­tik und Ap­plaus.

Rheinische Post Goch - - Gesellschaft -

Sie ha­ben ein Du­ett mit Ben Be­cker ein­ge­sun­gen. Wie pas­sen der „Bad Boy“ Be­cker und die Gran­de Da­me Vi­cky Le­an­d­ros zu­sam­men? Vi­cky Le­an­d­ros Fin­den Sie, dass Ben Be­cker ein Bad-Boy-Image hat? Dann ha­be ich aber mit vie­len bö­sen Jungs ge­ar­bei­tet – zum Bei­spiel mit Lu­kas Hil­bert von der Grup­pe Roh. Die ha­ben so­gar ein­mal bei ei­nem MTV-Auf­tritt ei­ne Gi­tar­re zer­schla­gen. Sie ha­ben aber auch mit dem eher sof­ten Sän­ger Xa­vier Nai­doo ko­ope­riert. Vi­cky Le­an­d­ros Ja, Xa­vier hat mir ein wun­der­ba­res Al­bum pro­du­ziert und kom­po­niert. Und Ben mag ich als Men­schen und schät­ze ihn als groß­ar­ti­gen Schau­spie­ler. Wir ver­ste­hen uns ein­fach gut. Wie kam das un­ge­wöhn­li­che Du­ett über­haupt zu­stan­de? Vi­cky Le­an­d­ros Ich hat­te schon lan­ge die Idee, ein Al­bum mit fran­zö­si­schen Welt­hits auf­zu­neh­men, dar­un­ter das Lied „Pa­ro­les, Pa­ro­les“. Im Ori­gi­nal singt Alain De­lon den männ­li­chen Part. Als Ben und ich uns in ei­nem Ber­li­ner Lokal abends mal tra­fen, ha­be ich ihn ein­fach ge­fragt. Ich hat­te die­se wun­der­vol­le, tie­fe Stim­me im Ohr. Er hat spon­tan zu­ge­sagt. Oft kom­men sol­che Pro­jek­te, die in ei­nem Lokal ge­bo­ren wor­den sind, dann nicht zu­stan­de. In die­sem Fall war es eben an­ders. Sie ge­hö­ren zu den Mu­si­ke­rin­nen, die dem Eu­ro­vi­si­on Song Con­test viel ver­dan­ken. 1967 wur­den Sie Vier­te, 1972 ha­ben Sie ge­won­nen. Wel­chen Stel­len­wert hat­te die Ver­an­stal­tung? Vi­cky Le­an­d­ros Da­mals wuss­te man – wenn man ge­winnt, be­deu­tet das zu­min­dest ei­ne Kar­rie­re in Eu­ro­pa. Bei mir kam der Er­folg be­reits mit dem vier­ten Platz mit „L’amour est bleu“. Das Lied hat mir die Tü­ren ins Aus­land ge­öff­net. Na­tür­lich hat sich durch den Sieg mit „Apres toi“ die­ser Weg dann wei­ter be­stä­tigt. Wo steht der Grand Prix heu­te? Vi­cky Le­an­d­ros In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren wa­ren die Erst­plat­zier­ten kei­ne in­ter­na­tio­na­len Er­fol­ge. Le­na ist die ers­te Sän­ge­rin, die es wie­der ge­schafft hat, in vie­len Län­dern auf Platz eins zu ste­hen. Wä­ren Sie als Sie­ge­rin ein zwei­tes Mal an­ge­tre­ten? Vi­cky Le­an­d­ros Manch­mal ist man eben über­mü­tig und ver­sucht es noch ein­mal – es könn­te ja klap­pen. Was sa­gen Sie da­zu, dass der Eu­ro­vi­si­on Song Con­test 2011 in Düsseldorf statt­fin­det? Vi­cky Le­an­d­ros Ei­gent­lich ge­hört der Grand Prix in die Haupt­stadt. Al­ler­dings ha­be ich schon vie­le stim­mungs­vol­le Kon­zer­te in der Ton­hal­le ge­ge­ben. Ich glau­be, dass die Düs­sel­dor­fer den Grand Prix gut aus­rich­ten wer­den. War­um ha­ben Sie 2008 den Job als Vi­ze-Bür­ger­meis­te­rin der grie­chi­schen Ha­fen­stadt Pi­rä­us auf­ge­ge­ben? Vi­cky Le­an­d­ros Grund­sätz­lich war das ei­ne Er­fah­rung für mich, die ich Vi­cky Le­an­d­ros Die Kri­se war ab­seh­bar und die Si­tua­ti­on in Grie­chen­land un­über­sicht­lich. Und das war auch ein Grund für mei­nen Rück­tritt. Wird es je­mals wie­der ei­ne Po­li­ti­ke­rin Vi­cky Le­an­d­ros ge­ben? Vi­cky Le­an­d­ros Ich kann Ih­nen kei­ne Ga­ran­ti­en da­für ge­ben, was in mei­nem Le­ben pas­siert. Ich bin ein neu­gie­ri­ger Mensch, ich will wis­sen, was pas­siert in der Welt und wie ich mich ein­brin­gen kann. Und dar­an wird sich nichts än­dern.

Jörg Isringhaus führ­te das Ge­spräch.

FO­TO: DPA

Die Sän­ge­rin Vi­cky Le­an­d­ros wäh­rend der ZDF-Live-Sen­dung „Will­kom­men bei Car­men Ne­bel“ am 14. März 2009.

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