Die CDU ist ner­vös

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Par­tei­ta­ge sind Voll­ver­samm­lun­gen der Ba­sis­de­mo­kra­tie. Sie kön­nen um­stürz­le­risch wir­ken und Vor­sit­zen­de kip­pen, wie es die SPD 2005 er­lebt hat; sie kön­nen In­hal­te re­vo­lu­tio­nie­ren, wie es die CDU 2003 ge­wagt hat, oder schlicht lang­wei­lig sein.

Es scheint, als wür­de der CDU-Par­tei­tag im No­vem­ber in Karlsruhe Letz­te­res nicht wer­den. Die In­te­gra­ti­ons-De­bat­te hat die Kon­ser­va­ti­ven über­rascht. Und seit­dem CSU-Chef See­ho­fer mit po­pu­lis­ti­schen Kom­men­ta­ren das ver­min­te The­ma von der Sar­ra­zin-SPD in den ei­ge­nen Vor­gar­ten hol­te, sucht die CDU ver­zwei­felt Ant­wor­ten.

Bis­her hat sie we­der ei­ne ge­si­cher­te Spra­che noch ein­heit­li­che Po­si­tio­nen ge­fun­den. CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel hat sich nun of­fen­bar ent­schie­den, dem vor Über­frem­dung war­nen­den Teil der Ba­sis Nah­rung zu ge­ben. Sie ließ die ver­staub­te Leit­kul­turThe­se aus dem Kel­ler des Ade­nau­er-Hau­ses kra­men.

Das zeigt, wie ner­vös Mer­kel ist, die auf dem Par­tei­tag wie­der­ge­wählt wer­den will. Statt in ei­nen re­li­gi­ös auf­ge­la­de­nen Ei­fer zu ge­ra­ten, wä­ren un­ideo­lo­gi­sche Lö­sun­gen an­ge­bracht. Deutsch­land braucht Zu­wan­de­rung, um sei­nen Wohl­stand zu er­hal­ten. Nun soll­te dar­über ge­re­det wer­den, wen wir ins Land ho­len. 2007 hat­te die CDU „Leit­kul­tur“ mit Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, dem Wil­len zur Teil­ha­be und Grund­ge­setz­treue über­setzt. Das passt bes­ser. BE­RICHT: UN­SE­RE LEIT­KUL­TUR . . ., TI­TEL­SEI­TE

VON MICHAEL BRÖCKER

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