Si­cher ver­wahrt?

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

DVON GREGOR MAYNTZ

er Staat muss die Bür­ger vor ge­fähr­li­chen Kri­mi­nel­len schüt­zen. Aber der Staat darf nie­man­den stren­ger be­stra­fen, als es zur Zeit sei­ner Tat im Ge­setz stand. Des­halb ha­ben die Eu­ro­pa­Rich­ter die nach­träg­li­che Si­che­rungs­ver­wah­rung für sol­che Häft­lin­ge ver­wor­fen, bei de­nen es die­ses Zwangs­mit­tel noch gar nicht gab, als sie straf­fäl­lig wur­den. Die alar­mie­ren­de Fol­ge hat aufgeschreckt: Wie lässt sich die Ge­sell­schaft vor den 80 bis 100 Schwer­kri­mi­nel­len schüt­zen, die durch die­se Lü­cke in die Frei­heit schlüp­fen kön­nen?

Die Ant­wort soll uns be­ru­hi­gen. Ei­ner­seits sug­ge­riert die elek­tro­ni­sche Fuß­fes­sel Kon­trol­le. Es ist aber ei­ne trü­ge­ri­sche Si­cher­heit, da sie kei­nen Wie­der­ho­lungs­tä­ter wirk­sam an neu­en Ver­bre­chen zu hin­dern ver­mag. An­de­rer­seits si­gna­li­siert die wei­ter­hin mög­li­che Un­ter­brin­gung bei „psy­chi­scher Stö­rung“, dass künf­tig „The­ra­pie“ drauf­steht, wo bis­lang „Si­che­rungs­ver­wah­rung“ drin steck­te. Der er­hoff­te Ef­fekt: Weg­ge­sperrt bleibt weg­ge­sperrt, aber die Eu­ro­pa-Rich­ter sol­len zu­frie­den sein. Da ist ab­seh­bar, dass wei­ter nach­ge­bes­sert wer­den muss. Und das Grund­pro­blem lässt sich oh­ne­hin nicht lö­sen: Mensch­li­ches (Fehl-)Ver­hal­ten treff­si­cher vor­her­zu­sa­gen. BE­RICHT:

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