Koh­le-Streit: Kanz­ler­amt schal­tet Brü­der­le aus

Rheinische Post Goch - - Politik - VON MICHAEL BRÖCKER

BERLIN Im ko­ali­ti­ons­in­ter­nen Streit um ein ver­bind­li­ches Da­tum für das En­de des deut­schen St­ein­koh­le­Berg­baus hat das von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ( CDU) ein­be­ru­fe­ne Spit­zen­ge­spräch mit Re­gie­rungs­ver­tre­tern, dar­un­ter Wirt­schafts­mi­nis­ter Rai­ner Brü­der­le (FDP) und Kanz­ler­amts­chef Ro­nald Po­fal­la (CDU), kei­ne Ei­ni­gung ge­bracht.

Nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung aus Teil­neh­mer­krei­sen si­gna­li­sier­te Brü­der­le der Kanz­le­rin, dass er den von der EU-Kom­mis­si­on ge­for­der­ten frü­he­ren Aus­stieg aus der St­ein­koh­le be­grü­ße. Die Kom­mis­si­on hat­te über­ra­schend ein En­de der Sub­ven­tio­nie­rung bis 2014 be­schlos­sen und da­mit den 2007 per Ge­setz fest­ge­schrie­be­nen Koh­le­Kom­pro­miss ge­kippt, der ei­ne Sub­ven­tio­nie­rung der Koh­le­för­de­rung bis 2018 vor­sieht. Mer­kel will in­des am Da­tum 2018 fest­hal­ten und ver­wies auf ei­ne ent­spre­chen­de For­mu­lie­rung im Ko­ali­ti­ons­ver­trag. Nun soll Kanz­ler­amts­chef Ro­nald Po­fal­la bis An­fang der Wo­che ei­ne Re­gie­rungs­po­si­ti­on aus­lo­ten, ver­bind­li­che Zah­len über die mög­li­chen Kon­se­quen­zen ei­nes frü­he­ren En­des der St­ein­koh­leför­de­rung sam­meln und die Ge­sprä­che mit dem Ze­chen­be­trei­ber RAG, den Ge­werk­schaf­ten und den EU-Part­nern ko­or­di­nie­ren. Der zu­stän­di­ge Wirt­schafts­mi­nis­ter Brü­der­le bleibt au­ßen vor.

Mit ei­ner ein­heit­li­chen Li­nie kön­ne man auf EU-Ebe­ne in die Ver­hand­lun­gen ge­hen, kün­dig­te Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert ges­tern an. Ziel ist, dass die Kom­mis­si­on den Be­schluss kor­ri­giert. Als mög­li­cher Kom­pro­miss gilt ein Aus­stiegs­da­tum 2016.

Nach ei­nem Gut­ach­ten des Es­se­ner RWI-In­sti­tuts könn­te Deutsch­land durch das vor­zei­ti­ge Aus 1,3 Mil­li­ar­den Eu­ro spa­ren. Der Ze­chen­be­trei­ber RAG rech­net da­ge­gen mit 1,4 Mil­li­ar­den Eu­ro Mehr­kos­ten für den Bund durch Ar­beits­lo­sig­keit und Ren­ten­zah­lun­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.