Sar­ko­zy lässt Streik-Blo­cka­den auf­lö­sen

Rheinische Post Goch - - Politik -

PARIS (RP) Die fran­zö­si­sche Re­gie­rung setzt in der er­bit­ter­ten Aus­ein­an­der­set­zung um die ge­plan­te Ren­ten­re­form zu­neh­mend auf Kon­fron­ta­ti­on. In­nen­mi­nis­ter Bri­ce Horte­feux ließ in der Nacht zu ges­tern die Blo­cka­den vor drei Treib­stoff­la­gern auf­lö­sen. Die Re­gie­rung ver­öf­fent­lich­te Vi­de­os, die zeig­ten, wie Po­li­zis­ten Strei­ken­de oh­ne Wi­der­stand weg­führ­ten. Un­be­ein­druckt gin­gen die Pro­test­ler ges­tern er­neut auf die Stra­ße: Fast je­de drit­te Tank­stel­le konn­te kei­nen Sprit mehr ver­kau­fen.

Die lan­des­wei­ten Pro­tes­te rich­ten sich ge­gen die ge­plan­te Ren­ten­re­form, in de­ren Zu­ge das Ren­ten­ein­tritts­al­ter von 60 auf 62 Jah­re her­auf­ge­setzt wer­den soll. Der fran­zö­si­sche Se­nat wird nach meh­re­ren Ver­zö­ge­run­gen ver­mut­lich heu­te über das Re­form­vor­ha­ben ab­stim­men.

Sor­gen be­rei­tet der fran­zö­si­schen Re­gie­rung die zu­neh­men­de Ge­walt­be­reit­schaft der De­mons­tran­ten. Zur Nie­der­schla­gung ge­walt­sa­mer Pro­tes­te kün­dig­te der In­nen­mi­nis­ter den Ein­satz ei­ner pa­ra­mi­li­tä­ri­schen Po­li­zei­ein­heit an. Soll­ten die Aus­schrei­tun­gen an­hal­ten, wer­de er die Spe­zi­al­ein­heit GIGN ein­set­zen, die üb­li­cher­wei­se für die Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung und den Per­so­nen­schutz zu­stän­dig ist. „Das Recht zum Pro­test ist kein Recht, Din­ge ka­putt­zu­ma­chen, kein Recht, Din­ge an­zu­zün­den, kein Recht auf Ge­walt, kein Recht zur Plün­de­rung“, wet­ter­te Mi­nis­ter Horte­feux.

Vor al­lem der Pa­ri­ser Vo­r­ort Nan­terre ist Schau­platz ge­walt­sa­mer Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Dort hat­te es in der ver­gan­ge­nen Wo­che be­reits mehr­fach Zu­sam­men­stö­ße zwi­schen Schü­lern und der Po­li­zei ge­ge­ben. Auch ges­tern blo­ckier­ten die Ju­gend­li­chen ih­re Schu­le, ei­ne an­de­re Grup­pe zog ran­da­lie­rend durch die Stadt. Die ver­mumm­ten De­mons­tran­ten war­fen mit St­ei­nen und Fla­schen. Im Rat­haus und in Ge­schäf­ten gin­gen Schei­ben zu Bruch.

„Wir wer­den die Ga­no­ven nicht un­ge­straft da­von­kom­men las­sen“, sag­te Horte­feux. Seit Aus­bruch der Pro­tes­te wur­den dem In­nen­mi­nis­ter zu­fol­ge 1423 Per­so­nen vor­über­ge­hend fest­ge­nom­men, ge­gen 123 wer­de ein Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. 62 Po­li­zis­ten sei­en bei den Aus­schrei­tun­gen ver­letzt wor­den.

Die Blo­cka­den und Streiks der auf­ge­brach­ten Fran­zo­sen ha­ben vor al­lem Aus­wir­kun­gen auf die Ver­kehrs­we­ge. Ges­tern blo­ckier­ten Strei­ken­de die Zu­fahrt zum größ­ten fran­zö­si­schen Flug­ha­fen Charles des Gaul­le, je­der drit­te Zug fiel we­gen des Streiks der Lok­füh­rer aus.

Auch deut­sche Flug­pas­sa­gie­re be­ka­men die Pro­test­wel­le im Nach­bar­land zu spü­ren. Am größ­ten nord­rhein-west­fä­li­schen Flug­ha­fen in Düsseldorf fie­len vier der ge­plan­ten 44 Flü­ge von und nach Frank­reich aus, wie ei­ne Flug­ha­fen­spre­che­rin mit­teil­te. Am be­nach­bar­ten Flug­ha­fen Köln/Bonn star­te­ten al­le Flü­ge nach Frank­reich da­ge­gen plan­mä­ßig.

FO­TO: DPA

Ein Feu­er­wehr­mann in Le Mans löscht ei­ne bren­nen­de Bar­ri­ka­de.

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