PERSÖNLICH

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Guil­ler­mo Fa­ri­ñas (48) hält ei­nen trau­ri­gen Re­kord: Seit 1995 ist er schon 23 Mal in den Hun­ger­streik ge­tre­ten. So kämpft er ge­gen Re­pres­sio­nen und Ein­schrän­kun­gen der Mei­nungs­frei­heit in sei­nem Hei­mat­land Ku­ba. Das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment zeich­net den Psy­cho­lo­gen und Jour­na­lis­ten jetzt we­gen sei­nes En­ga­ge­ments für die Frei­heit mit dem Sacha­ro­wP­reis für Men­schen­rech­te aus. In der gan­zen Welt ha­ben die Hun­ger­streiks den Dis­si­den­ten be­kannt ge­macht. Der längs­te dau­er­te 135 Ta­ge und brach­te Prä­si­dent Raúl Cas­tro da­zu, vie­le er­krank­te po­li­ti­sche Häft­lin­ge frei­zu­las­sen. Da­für be­zahl­te Fa­ri­ñas al­ler­dings fast mit sei­nem Le­ben – nur ei­ne No­tope­ra­ti­on nach dem En­de des Hun­ger­streiks im Ju­li 2010 ret­te­te ihn.

Dis­si­dent war der gläu­bi­ge Ka­tho­lik nicht im­mer. Einst un­ter­stütz­te er die Re­vo­lu­ti­on, war Sol­dat im An­go­la-Krieg. Als er je­doch 1995 ei­nen Kor­rup­ti­ons­fall an­zeig­te, kam es zum Bruch mit dem Re­gime. Fa­ri­ñas ist nicht der ers­te Ku­ba­ner, der mit dem Sacha­row-Preis ge­ehrt wird. Bis­her durf­te al­ler­dings kei­ner sei­ner Land­leu­te die mit 50 000 Eu­ro do­tier­te Aus­zeich­nung bei der Preis­ver­lei­hung selbst ab­ho­len. Guil­ler­mo Fa­ri­ñas hat für die­sen Fall be­reits Wi­der­stand an­ge­kün­digt: Er tritt er­neut in den Hun­ger­streik.

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