Ein­ma­lig: Samm­lung zeigt Män­ner­haus der As­mat

Rheinische Post Goch - - Land & Leute -

KÖLN (sal) Im neu­en Rau­ten­strauchJoest-Mu­se­um in Köln hat mit dem As­mat-Män­ner­haus auch die klei­ne Kul­tur­welt der As­mat, ein Na­tur­volk aus Pa­pua-Neu­gui­nea, ih­ren Platz ge­fun­den. Das Haus stammt ur­sprüng­lich aus der um­fang­rei­chen Samm­lung von Ur­su­la und Gun­ter Kon­rad aus Mön­chen­glad­bach. Zu­letzt ge­hör­te es zum Be­stand der „As­mat Art Ga­le­rie“ in Berlin von Ca­ro­li­na Win­kel­mann, der Toch­ter des Ehe­paa­res.

Das Män­ner­haus ist der auf­fäl­ligs­te Bau in den Sied­lun­gen der As­mat. Hier tref­fen sich die Män­ner des Dor­fes, be­spre­chen kul­tu­rel­le und ri­tu­el­le Be­lan­ge. Die Jüng­lin­ge des Clans wer­den hier mit der spiri- tu­el­len Welt der Ah­nen ver­traut ge­macht. Doch es ist mehr als nur ein Ver­samm­lungs­raum. Es bil­det das so­zia­le und spi­ri­tu­el­le Zen­trum der As­mat. Das Män­ner­haus ver­eint die pro­fa­ne mit der sa­kra­len Welt. Es ist der Ort, der die all­ge­gen­wär­ti­ge Be­deu­tung der Ah­nen im Le­ben der As­mat am an­schau­lichs­ten ver­kör­pert. Be­ein­dru­ckend sind vor al­lem die im­po­san­ten, fi­gür­lich ge­schnitz­ten Ah­nen­pfäh­le, die in lan­ger Rei­he die Mit­te des Hau­ses durch­zie­hen. Je­der Clan be­sitzt ei­ne ei­ge­ne Feu­er­stel­le mit da­zu­ge­hö­ri­gem Ah­nen­pfahl. Die­se Pfäh­le ge­hö­ren zu ein­drucks­volls­ten Schnitz­wer­ken der As­mat. Bei dem im Rau­ten­strauch-Joest-Mu­se­um ge­zeig­ten Ex­po­nat han­delt es sich um ei­nen et­wa fünf Me­ter ho­hen und zwölf Me­ter lan­gen Ab­schnitt ei­nes Män­ner­hau­ses aus dem klei­nen Ort Atsj. Ur­sprüng­lich war es 46 Me­ter lang. 1993 wur­de es we­gen Bau­fäl­lig­keit auf­ge­ge­ben. Ein Teil der Ah­nen­pfäh­le und der ori­gi­na­len Bau­ma­te­ria­li­en wur­de bei die­ser Ge­le­gen­heit von dem Ehe­paar Kon­rad ge­kauft. Die im In­ne­ren des Hau­ses de­po­nier­ten Ob­jek­te wie Waf­fen, Ge­rä­te, Mu­sik­in­stru­men­te ge­hö­ren zum tra­di­tio­nel­len In­ven­tar der Ver­samm­lungs­stät­te. Es ist welt­weit das ein­zi­ge As­mat-Män­ner­haus, das öf­fent­lich zu se­hen ist.

Seit 1971 be­su­chen Ur­su­la und Gun­ter Kon­rad, frü­her ärzt­li­cher Di­rek­tor der Kli­ni­ken Ma­ria Hilf in Mön­chen­glad­bach, die As­mat in Neu­gui­nea re­gel­mä­ßig. Sie bau­ten über die Jah­re hin­weg in­ten­si­ve Kon­tak­te zu den Men­schen auf und er­war­ben fun­dier­te Kennt­nis­se über die As­mat-Kul­tur. Ca­ro­li­na Win­kel­mann be­glei­te­te als 13-Jäh­ri­ge ih­re El­tern das ers­te Mal nach Neu­gui­nea. „Die As­mat, ih­re Welt und ihr All­tag, wa­ren ein ganz selbst­ver­ständ­li­cher Be­stand­teil un­se­res Le­bens. Ich bin in­mit­ten der As­mat-Kunst auf­ge­wach­sen“, sagt die Eth­no­lo­gin. Seit 25 Jah­ren küm­mert sich die Ga­le­ris­tin ge­mein­sam mit ih­rer Mut­ter um den Auf­bau und die Pfle­ge der Samm­lung.

FO­TO: ILG

As­mat-Fi­gu­ren

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