Kli­schees oh­ne Witz

„So spielt das Le­ben“

Rheinische Post Goch - - Kino -

Dass sie nicht zu­sam­men­pas­sen, zeigt sich gleich: Be­reits bei der ers­ten Be­geg­nung kracht es ge­wal­tig zwi­schen Hol­ly (Ka­the­ri­ne Heigl) und Eric (Josh Du­ha­mel). Zu dumm, dass sie sich fort­an im­mer wie­der über den Weg lau­fen, weil ih­re bes­te Freun­din und sein bes­ter Freund hei­ra­ten, ei­ne Toch­ter be­kom­men und die Streit­häh­ne als Tauf­pa­ten ein­ge­setzt wer­den.

Als die El­tern durch ei­nen Au­to­un­fall ums Le­ben kom­men, hin­ter­las­sen sie nicht nur ihr Kind, son­dern auch ei­ne tes­ta­men­ta­ri­sche Ver­fü­gung, dass sich aus­ge­rech­net Hol­ly und Eric um das Ba­by küm­mern und in das Vor­stadt­haus der Ver­stor­be­nen zie­hen sol­len. So rich­tig passt das kei­nem von bei­den in die Le­bens­pla­nung, aber die klei­ne So­phie ist ein­fach zu süß. Und so las­sen sich die zwei zer­strit­te­nen Singles auf die neue Si­tua­ti­on ein und stel­len na­tür­lich nach al­ler­lei Ge­zänk fest, dass sie gar kein so ein schlech­tes Team bil­den.

Es ist schon er­staun­lich, wel­che Ver­ren­kun­gen Hol­ly­woods Dreh­buch­au­to­ren un­ter­neh­men, die im­mer­glei­che Ge­schich­te zu er­zäh­len. Wie nun in der Ko­mö­die „So spielt das Le­ben“, in der mal wie­der das al­te Lied vom Paar an­ge­stimmt wird, das sich erst nicht rie­chen kann, sich aber mit der Zeit zu­sam­men­rauft. Man kann es durch­aus dreist nen­nen, was das Au­to­ren­paar Ian Deitch­man und Kris­tin Rusk Ro­bin­son hier an ab­ge­grif­fe­nen Kli­scheesi­tua­tio­nen an­ein­an­der­reiht. Und Re­gis­seur Greg Ber­lan­ti fällt da­zu auch nichts Ori­gi- nel­les mehr ein. Mit pe­ne­tran­ter Re­gel­mä­ßig­keit wer­den Witz­chen übers Win­del­wech­seln ge­macht, spuckt das Ba­by den lie­be­voll zu­be­rei­te­ten Brei aus, und lie­gen sich die über­for­der­ten Pfle­ge­el­tern we­gen der Ter­min­pla­nung in den Haa­ren.

Die dra­ma­ti­sche Wen­dung der Ge­schich­te, der Tod der leib­li­chen El­tern, wird da­ge­gen schnell ab­ge­han­delt. Ein paar trau­ri­ge Bli­cke, ein paar Trä­nen, dann geht es flott in die alt­be­kann­ten Bah­nen der Be­zie­hungs­ko­mö­die, die sich zu­neh­mend in Al­bern­hei­ten und Ste­reo­ty­pen ver­zet­telt.

Es wä­re vi­el­leicht klug ge­we­sen, den Film lang­sam von die­ser tra­gi­schen Kom­po­nen­te in ei­ne hei­ter be­sinn­li­che Ko­mö­die zu ver­wan­deln. Statt­des­sen wird ei­nem ei­ne Num­mern­re­vue ge­bo­ten, die man schon zur Ge­nü­ge kennt. Und auch wenn die Sto­ry ih­re – wenn auch rar ge­sä­ten – wit­zi­gen Mo­men­te hat, es ei­ni­ge drol­li­ge Ne­ben­fi­gu­ren (wie Sa­rah Burns als über­dreh­te So­zi­al­ar­bei­te­rin) gibt, kann der Be­trach­ter im Grun­de auf­zäh­len, wel­che der Sze­nen er schon mal an­ders­wo ge­se­hen hat.

FO­TO: VER­LEIH

Josh Du­ha­mel (l.)

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