Jans(s)en ist in al­ler Mun­de

Den Nach­na­men Jan­sen gibt es in der Re­gi­on wie Sand am Meer. Erst­mals gibt nun ein wis­sen­schaft­li­cher Vor­trag über Her­kunft und Be­deu­tung Auf­schluss. Ein Buch wird fol­gen. Die RP ver­rät ei­ni­ge Ge­heim­nis­se vor­ab.

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post - VON LUTZ KÜP­PERS

KLE­VE/GOCH Bei Jan­sen ist al­les an­ders, als man denkt. Das je­den­falls be­haup­tet Dr. Georg Cor­ne­lis­sen. Und der kennt sich mit der Spra­che am Nie­der­rhein aus. Cor­ne­lis­sen ist näm­lich Lei­ter der Ab­tei­lung Sprach­for­schung im In­sti­tut für rhei­ni­sche Lan­des­kun­de beim Land­schafts­ver­band Rhein­land – und so­mit ein aus­ge­wie­se­ner Spe­zia­list für die Spra­che in der Re­gi­on.

Denn Jan­sen, auch als Jans­sen, Jan­ßen, Janhsen oder Jahn­sen be­kannt, ist in Em­me­rich, Kle­ve oder Gel­dern so ziem­lich die Num­mer 1. „Ne­ben dem Na­men Peters“, er­klärt Cor­ne­lis­sen, der am liebs­ten über­haupt nicht über das The­ma spre­chen möch­te. Das wür­de er sich lie­ber für sei­nen Vor­trag (sie­he „info“) auf­be­wah­ren.

Okay: Jan­sen, in wel­cher Schreib­wei­se auch im­mer, kommt al­so oft vor. Laut In­ter­net so­gar sehr oft. Über 16 000 Te­le­fon­buch­ein­trä­ge soll es ge­ben. Im Kreis Kle­ve sind al­lein 760 Jan­sens, von de­nen die meis­ten Pe­ter mit Vor­na­men hei­ßen, zu Hau­se. Ein ty­pisch nie­der­rhei­ni­scher Na­me al­so, oder?

„Wo­her der Na­me kommt, sa­ge ich nicht“, ver­sucht es Cor­ne­lis­sen wei­ter hu­mor­voll mit sei­ner Ab­wehr­tak­tik. Im­mer­hin: „Es ist kein ur­al­ter nie­der­rhei­ni­scher Na­me“, sag­te der pro­mo­vier­te Wis­sen­schaft­ler via Te­le­fon aus Bonn. Na­men könn­ten im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ge­wan­dert sein. Aha. Doch wo­her er wirk­lich kommt? Fehl­an­zei­ge.

Dass es enorm vie­le Jans­sen (mit zwei S) in den Nie­der­lan­den gibt, kann Cor­ne­lis­sen dann aber doch noch aus der For­scher­na­se ge­zo­gen wer­den. „Nir­gend­wo gibt es mehr Jans­sen als in Nim­we­gen – und auch in Groes­beek“, er­klärt Cor­ne­lis­sen. Da bie­tet es sich doch an, das Buch, das er nächs­tes Jahr über die­sen Fa­mi­li­en­na­men ver­öf­fent­li­chen will, auch in Nie­der­län­disch er­schei­nen zu las­sen. Und vi­el­leicht stammt der Em­me­ri­cher Jan­sen ja so­gar vom hol­län­di­schen Jans­sen ab. Cor­ne­lis­sen: „Kein Kom­men­tar.“

Doch stopp! Jan­sen ist nicht gleich Jans­sen. Oder eben Jan­ßen. „Der Em­me­ri­cher Jan­sen hat ei­ne viel län­ge­re Ge­schich­te als sein Pen­dant in Gel­dern oder We­sel“, gibt Cor­ne­lis­sen zu Pro­to­koll. Die Fra­ge nach dem „War­um?“ ist al­ler­dings er­neut zweck­los. Ja, ja, der Vor­trag.

Und die Her­kunft? „Das dürf­te sich über vie­le Jahr­hun­der­te von den Vor­na­men Jan und Jo­hann ab­ge­lei­tet ha­ben“, so Cor­ne­lis­sen fast of­fen­her­zig. Wie bei Peters eben. „Da war schon um 1500 klar, dass die­ser Na­me ei­ne gro­ße Zu­kunft ha­ben wür­de. Das war bei Jan­sen nicht so ab­zu­se­hen“, er­klärt Cor­ne­lis­sen. Die ei­gent­li­che Er­klä­rung be­hält er aber lie­ber wie­der für sich. Für den Vor­trag in Goch, sei­nes Zei­chens Stadt des Hei­li­gen Ar­nold Jans­sen, hat Cor­ne­lis­sen an die­sem Abend aber noch ei­ne Über­ra­schung pa­rat. Denn of­fen­sicht­lich ist aus­ge­rech­net Goch nicht Jans­sen-Stadt No.1 – wie auch im­mer die­ses Prä­di­kat zu­stan­de kommt. Wer das ist, ver­rät Cor­ne­lis­sen na­tür­lich auch nicht.

Wir aber: Kra­nen­burg!

RP-FO­TO: ANDRE­AS ENDERMANN

Bei Orts­vor­ste­her Al­bert Jan­sen, sei­ner Frau El­fie so­wie den Hun­den an der Schmidt­stra­ße ist es kaum zu über­se­hen: Hier wohnt ein Jan­sen. Ei­ner von ziem­lich vie­len in Em­me­rich und der Re­gi­on.

RP-AR­CHIV: KAZUR

Dr. Georg Cor­ne­lis­sen bei ei­ner Dis­kus­si­on in Vo­er­de.

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