1:1 – Dort­mund ver­spielt Sieg

Lan­ge sah es so aus, als ob das Elf­me­ter­tor von Nu­ri Sa­hin für den Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten im Grup­pen­spiel der Eu­ro­pa Le­ague rei­chen wür­de. Doch kurz vor Schluss schlug Paris St. Ger­main noch zu­rück.

Rheinische Post Goch - - Sport - VON RO­BERT PETERS

DORT­MUND In der Bun­des­li­ga ist Bo­rus­sia Dort­mund mit Voll­gas-Fuß­ball an die Spit­ze ge­stürmt. Auf der in­ter­na­tio­na­len Büh­ne ist das Ge­schäft ent­schie­den müh­sa­mer. Das muss­te die Mann­schaft von Trai­ner Jür­gen Klopp in ih­rem Eu­ro­pa-Le­ague-Spiel ge­gen Paris St. Ger­main fest­stel­len. Trotz ei­ner sehr or­dent­li­chen Vor­stel­lung im zwei­ten Durch­gang kam der BVB nicht über ein 1:1 hin­aus.

Nach ei­nem eher zä­hen ers­ten Durch­gang, in dem den Gast­ge­bern Prä­zi­si­on im Zu­sam­men­spiel und ein biss­chen mehr Tem­po fehl­ten, wach­ten die Dort­mun­der nach der Pau­se rich­tig auf. Chef­trai­ner Jür­gen Klopp hat­te in Gestalt des jun­gen Ma­rio Göt­ze deut­lich mehr Schwung ein­ge­wech­selt. Göt­ze setz­te gleich ein Zei­chen, als sein Weit­schuss so ge­ra­de noch zum Eck­ball ab­ge­fälscht wur­de. Dann half auch Schieds­rich­ter Jo­nas Eriks­son ein we­nig mit. Er ahn­de­te ei­nen klei­nen Straf­raum-Ring­kampf zwi­schen Ma­ma­dou Sak­ho und dem Dort­mun­der Flü­gel­flit­zer Ja­kub Blasz­c­zy­kow­ski, den Freun­de des deut­schen Al­pha­bets Ku­ba nen­nen, mit ei­nem Foul­elf­me­ter. Das fan­den vor al­lem die BVB-An­hän­ger völ­lig be­rech­tigt. Nu­ri Sa­hin, wie sei­ne Kol­le­gen in der zwei­ten Hälf­te deut­lich bes­ser, voll­streck­te si­cher zur 1:0-Füh­rung.

Das schien die Dort­mun­der end­gül­tig in die Spur zu brin­gen. Göt­ze, der wie im­mer quir­li­ge Shin­ji Ka­ga­wa und Sa­hin hat­ten mehr Platz ge­gen die nun auf­rü­cken­den Gäs­te aus Paris, und sie mach­ten das Spiel viel schnel­ler. Weil sich St. Ger­main dar­über hin­aus bis in die Schluss­pha­se im­mer wie­der in der meist gut funk­tio­nie­ren­den In­nen­ver­tei­di­gung des Bun­des­li­ga-Spit­zen­rei­ters fest­rann­te, gab es in der Fol­ge reich­lich Über­zahl­an­grif­fe für die Gast­ge­ber. Sie wur­den je­doch all­zu groß­zü­gig be­han­delt und ein­fach nicht kon­se­quent zu En­de ge­spielt.

Das soll­te sich rä­chen. Denn die Gäs­te ver­stärk­ten na­tür­lich die ei­ge­nen Be­mü­hun­gen um die Of­fen­si­ve und er­zwan­gen wie selbst­ver­ständ­lich ei­ni­ge Tor­ge­le­gen­hei­ten im An­schluss an die viel­zi­tier­ten Stan­dard­si­tua­tio­nen, die den Dort­mun­der gar nicht pass­ten. Ecken und Frei­stö­ße wa­ren deut­lich ge­fähr­li­cher als das Auf­bau­spiel des fran­zö­si­schen Ta­bel­len­drit­ten, der in die­ser Be­zie­hung im Schat­ten der Dort­mun­der stand. Und es war fast schon lo­gisch, dass kurz vor Schluss aus leicht ab­seits­ver­däch­ti­ger Po­si­ti­on doch noch der Aus­gleich fiel. „Das ist der klas­si­sche Fall“, sag­te Klopp, „es war halt nur ei­ne 1:0-Füh­rung, und wir ha­ben bei un­se­ren Mög­lich­kei­ten zwar gut um­ge­schal­tet, aber den letz­ten Ball nicht an den Mann ge­bracht. Dann kommt eben der Geg­ner auf.“

Furcht­bar zer­knirscht wirk­te der Coach nicht. „Wir müs­sen ler­nen, die Ord­nung zu be­hal­ten“, er­klär­te er, „aber wir müs­sen das Un­ent­schie­den ein­fach in Kauf neh­men. Wir ha­ben ei­nen Punkt ge­gen Paris ge­holt, da ist nichts Eh­ren­rüh­ri­ges dar­an.“ Im­mer­hin ha­be sei­ne Mann­schaft fest­stel­len dür­fen, „dass wir sie schla­gen kön­nen“. Da­zu muss sein Team al­ler­dings am 4. No­vem­ber in Paris ein we­nig ab­ge­klär­ter auf­tre­ten – „we­ni­ger wild“, wie Klopp das nann­te.

Er wird das sei­nen Pro­fis schon bei­brin­gen.

Bor. Dort­mund - Paris St. Ger­main

1:1

FO­TO: DAPD

Der Dort­mun­der Nu­ri Sa­hin (links) lässt Ma­thieu Bod­mer kei­ne Chan­ce, an den Ball zu kom­men.

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