Fah­rer lo­ben For­mel-1-Stre­cke

Auch wenn ab­seits der neu­en Renn­pis­te in Yeong­am noch vie­les im Ar­gen liegt, so gibt es für die Süd­ko­rea­ner auch Kom­pli­men­te. Das As­phalt­band be­zeich­nen die Män­ner im Cock­pit als in­ter­es­sant und ge­lun­gen.

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman -

YEONG­AM (sid/RP) Ei­ne bö­se Fal­le ent­schärf­te Sebastian Vet­tel (Hep­pen­heim) noch persönlich. Beim Rund­gang über den neu­en For­mel1-Kurs in Yeong­am ent­deck­te der 23-Jäh­ri­ge ei­nen Na­gel, der di­rekt am Stre­cken­rand zen­ti­me­ter­hoch aus der Er­de rag­te. Vet­tel bud­del­te ihn kurz­ent­schlos­sen aus und ent­sorg­te ihn. Da­bei hat­te der deut­sche Ti­tel­kan­di­dat Glück. Ei­ni­ge hun­dert Me­ter wei­ter wä­re ihm ei­ne of­fen­bar gif­ti­ge Schlan­ge be­geg­net, die über die Stre­cke kroch.

Die ku­rio­sen Mel­dun­gen rund um das um­strit­te­ne Süd­ko­rea-Ren­nen rei­ßen nicht ab. Doch wäh­rend die vom Aa­che­ner Spe­zia­lis­ten Her­mann Tilke ent­wi­ckel­te Pis­te die Pi­lo­ten bei den ers­ten In­spek­tio­nen fast durch­weg über­zeug­te, wun­dern sich die Fah­rer über die Un­ter­brin­gung ih­rer Cr­ew, die oft in schä­bi­gen St­un­den­ho­tels über­nach­ten. „Das Ein­zi­ge, was man ver­bes­sern müss­te, ist die Ho­tel-Si­tua­ti­on. Für uns Fah­rer ist es ganz okay, aber nicht für die Te­am­mit­glie­der“, sag­te Vet­tel bei der Pres­se­kon­fe­renz, bei der die fünf Fah­rer mit Ti­tel­Chan­cen auf dem Po­di­um sa­ßen: Mark Web­ber (220 Punk­te), des­sen Red-Bull-Kol­le­ge Vet­tel (206), Fer­ra­ri-Mann Fer­nan­do Alonso (Spa­ni­en/206), so­wie das eng­li­sche McLa­ren-Mer­ce­des-Duo Le­wis Ha­mil­ton (192)/Jen­son But­ton (189).

Ei­nig­keit herrsch­te bei den deut­schen Pi­lo­ten vor dem um 10 Uhr Orts­zeit (3 Uhr MESZ) rich­tung­wei­sen­den ers­ten Trai­ning, mit dem der neue Kurs in der Nacht zu heu­te in Be­trieb ge­nom­men wor­den war, über die Qua­li­tät der Stre­cke. „Ich bin sehr po­si­tiv über­rascht“, mein­te Michael Schu­ma­cher (Ker­pen): „Die Jungs sind sehr gut vor­be­rei­tet, die Stre­cke macht ei­nen sehr gu­ten Ein­druck, ei­ne gu­te Mi­schung aus ver­schie­de­nen Ele­men­ten.“ Auch nach Vet­tels An­sicht wa­ren die Zwei­fel im Vor­feld zu­min­dest in die­ser Hin­sicht un­be­grün­det: „Im End­ef­fekt wur­de ein gu­ter Job ge­macht, fast al­les ist fer­tig.“

Die Be­den­ken, ob der erst vor zwei Wo­chen fer­tig­ge­stell­te As­phalt die 700-PS-Au­tos mit ver­mut­lich rund 320 km/h in der Spit­ze über- haupt aus­hält, sind nach ei­ner ent­spre­chen­den Ver­si­che­rung des Ar­chi­tek­ten Tilke zu­min­dest ge­rin­ger ge­wor­den. „Die Sor­ge ist schon noch da“, mein­te Nick Heid­feld, der die Be­den­ken vie­ler im Vor­feld laut aus­ge­spro­chen hat­te: „Aber Herr Tilke hat ge­sagt, dass al­les hal­ten wird. Er hat in der Hin­sicht mehr Er­fah­rung als ich, des­halb glau­be ich ihm.“ An­sons­ten zeigt sich auch der Mön­chen­glad­ba­cher, seit zwei Ren­nen wie­der für das Sau­berTeam am Start, „po­si­tiv über­rascht. Es sieht aus, als wür­de es Spaß ma­chen, hier zu fah­ren.“

Fast wort­gleich fiel das State­ment von Mer­ce­des-Pi­lot Nico Ros­berg (Wiesbaden) nach ei­ner Er­kun­dungs­tour mit dem Rol­ler aus. Wil­li­ams-Fah­rer Nick Hül­ken­berg (Em­me­rich), des­sen Job an­ge­sichts der an­geb­lich 15 Mil­lio­nen Dol­lar, die der Ve­ne­zo­la­ner Pas­tor Mal­do­na­do als Mit­gift vor­wei­sen kann, ge­fähr­det ist, be­schrieb die Stre­cke als „bes­ser als er­war­tet. Wenn der As­phalt hält, soll­te al­les gut­ge­hen.“ Adri­an Su­til (Grä­fel­fing) be­merk­te: „Es ist über­all noch et­was dre­ckig, aber auf den ers­ten Blick ge­fällt mir die Stre­cke.“

FO­TO: DPA

Stre­cken­be­sich­ti­gung: Fer­nan­do Alonso sam­mel­te ers­te rea­le Ein­drü­cke mit dem Fahr­rad. An­de­re, wie Sebastian Vet­tel, gin­gen die 5,61 Ki­lo­me­ter zu Fuß oder nutz­ten, wie Nico Ros­berg, ei­nen Mo­tor­rol­ler.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.