Raúls Rol­len auf Schal­ke: Ar­bei­ter, Tor­jä­ger

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman - VON FRIED­HELM KÖRNER

GELSENKIRCHEN Fe­lix Ma­gath ge­hört nicht zu den Trai­nern, die häu­fig Spie­ler in der Öf­fent­lich­keit mit Lob über­schüt­ten. In die­sen für den FC Schal­ke schwe­ren Wo­chen lässt er al­ler­dings auch nicht den ge­rings­ten Zwei­fel dar­über auf­kom­men, welch über­ra­gen­den Rang sein neu­er Stür­mer­star Raúl Gon­zá­lez in der Hier­ar­chie der Mann­schaft ein­nimmt und wie hoch die Wert­schät­zung ist, die er dem 33-Jäh­ri­gen ent­ge­gen­bringt.

Das hat er aber auch schon ge­tan, als die­ser von sei­ner Klas­se, die ihn vie­le Jah­re als Spie­ler von Re­al Ma­drid und der spa­ni­schen Na­tio­nal­elf aus­zeich­ne­te, so weit ent­fernt war, dass er in den Brenn­punkt der Kri­tik ge­riet. Und so mag der Fuß­ball­leh­rer die Au­gen­bli­cke ge­nos­sen ha­ben, als er nach dem 3:1-Sieg ge­gen Ha­po­el Tel Aviv Raúls Leis­tung ein­mal be­son­ders her­aus­stel­len konn­te.

Mit sei­nen bei­den To­ren lässt Schal­kes pro­mi­nen­tes­ter Ar­beit- neh­mer die Fans hof­fen, dass er tat­säch­lich ne­ben Klaas-Jan Hun­te­laar der Mann ist, der dem An­griffs­spiel des in der Bun­des­li­ga schwä­cheln­den Vi­ze­meis­ters Durch­schlags­kraft gibt. „Es war ein tol­ler Abend für ihn“, kom­men­tier­te Ma­gath den Auf­tritt des Spa­ni­ers. „Ich hof­fe, dass er auch die Ak­zep­tanz beim Pu­bli­kum er­hält. Bei mir hat er sie schon lan­ge.“

Je­den Tag, füg­te der 57-Jäh­ri­ge hin­zu, freue er sich, mit Raúl zu­sam­men­ar­bei­ten zu kön­nen. „Er ist so oder so ein Ge­winn für den FC Schal­ke 04. Egal, ob er spielt oder nicht.“ Da­bei un­ter­strich Ma­gath er­neut, dass Raúl stets auch vie­le Auf­ga­ben wahr­nimmt, für die er nicht in ers­ter Li­nie ver­pflich­tet wor­den sei, „wie er sich in den Di­enst der Mann­schaft stellt und nicht nur vorn war­tet, wie er sich die Bäl­le holt und schleppt“.

„Die Ent­wick­lung in der Mann­schaft ist da“, sag­te Raúl, „der Sieg war der Lohn für die har­te Ar­beit in den ver­gan­ge­nen Wo­chen.“ Ge­gen Tel Aviv über­rag­te der nun al­lei­ni­ge Eu­ro­pa­cup-Tor­schüt­zen­kö­nig (70 Tref­fer, da­von 68 in der Cham­pi­ons Le­ague) in bei­den Rol­len, die er sich selbst auf­er­legt – als Ar­bei­ter, der sich im Mit­tel­feld Bäl­le er­kämpft, und als tor­ge­fähr­li­cher Stür­mer, als den ihn Ma­gath ge­holt hat. Doch Ma­gath sah gu­te Grün­de, ne­ben Raúl des­sen frü­he­ren Kol­le­gen bei den Kö­nig­li­chen, Chris­toph Met­zel­der, her­aus­zu­stel­len. „Ich den­ke, Met­zel­der hat auch wie­der ein gu­tes Spiel ge­macht. Er wird im­mer stär­ker“, sag­te er über den zu Sai­son­be­ginn hart kri­ti­sier­ten Ab- wehr­chef. „Er wächst in die­se Rol­le hin­ein.“ Ma­gath be­zieht Be­ne­dikt Hö­we­des in das Lob ein: „Ich freue mich na­tür­lich, dass un­se­re In­nen­ver­tei­di­gung im­mer sta­bi­ler wird. Die bei­den ha­ben her­vor­ra­gend zu­sam­men­ge­ar­bei­tet. Für uns ist es wich­tig, dass die Ab­wehr zen­tral dicht ist.“

Der zwei­te Cham­pi­ons-Le­agueSieg, mit dem Schal­ke dem er­hoff­ten Ein­zug ins Ach­tel­fi­na­le ei­nen Schritt nä­her ge­kom­men ist, soll auch der Be­frei­ungs­schlag für die Bun­des­li­ga wer­den. Der 2:0-Er­folg ge­gen Ben­fi­ca Lis­s­a­bon war ei­ne sol­che Initi­al­zün­dung noch nicht. „Ich glau­be, dass uns die­ses Spiel mehr Si­cher­heit ge­ben wird“, sag­te Ma­gath, „aber das al­lein ist kei­ne Ga­ran­tie da­für, dass man auch in der Bun­des­li­ga Spie­le ge­winnt. Das wird am Wo­che­n­en­de wie­der ei­ne an­de­re Pro­be.“ In­ner­halb von vier Ta­gen ha­ben die Gel­sen­kir­che­ner nun gleich zwei­mal in Frank­furt an­zu­tre­ten. Mor­gen in der Li­ga ge­gen Ein­tracht, am Di­ens­tag im Po­kal ge­gen den Zweit­li­gis­ten FSV.

FO­TO: AP

Ju­bel nach dem 1:0 ge­gen tel Aviv: Schal­kes Spa­nier Raúl.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.