PERSÖNLICH

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Stef­fen Sei­bert (50) ist ein Mann des ge­schwun­ge­nen Wor­tes. Als be­son­ne­ner Ana­ly­ti­ker war der Ex-ZDF-Nach­rich­ten­spre­cher in sei­ner Fern­seh­an­stalt be­kannt. Seit fast 80 Ta­gen ist Sei­bert nun Re­gie­rungs­spre­cher – und hat sich schon mehr­fach ver­has­pelt. Sei­ne jüngs­ten Äu­ße­run­gen in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz sorg­ten für ei­nen Mi­ni-Eklat, zu­min­dest bei der FDP und de­ren Chef Gui­do Wes­ter­wel­le.

Als Sei­bert von ei­nem Jour­na­lis­ten ge­fragt wur­de, ob es in der Ka­bi­netts­sit­zung „Un­muts­äu­ße­run­gen“ zur EUS­tra­te­gie von Kanz­le­rin Mer­kel ge­ge­ben ha­be, ver­nein­te Sei­bert höf­lich, aber be­stimmt.

Das Pro­blem: Wes­ter­wel­le hat­te sich kri­tisch zu dem von der Kanz­le­rin ver­han­del­ten Kom­pro­miss bei den Sank­tio­nen für De­fi­zit­staa­ten ge­äu­ßert und dies an­schlie­ßend hin­rei­chend in Um­lauf ge­bracht. Die Miss­ach­tung des Re­gie­rungs­spre­chers brach­te den sen­si­blen Vi­ze­kanz­ler auf. Ei­lig ver­si­cher­te Sei­bert dem FDPMann in ei­nem Te­le­fo­nat, dass er künf­tig jed­we­de Äu­ße­rung des Au­ßen­mi­nis­ters ver­kün­den wer­de. Prompt hieß es, Sei­bert ha­be sich „ent­schul­digt“. Da­von will der zwar nichts wis­sen. Aber Öl ins Feu­er gie­ßen wird der Mer­kel-Spre­cher nicht mehr. Schließ­lich will er die Re­gie­rungs­po­li­tik er­klä­ren – und nicht ei­ge­ne Ver­spre­cher.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.