„Ich möch­te ganz vie­le Leu­te ken­nen ler­nen“

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post – Schwerpunkt -

SI­MI­LAN CHI­RA­KIT­TI­WUT aus Thai­land: „Ich kom­me aus Chiang­mai. Mein Spon­s­or­club ist Süd­chiang­mai, District 3360. Mein gast­ge­ben­der Club ist We­sel-Dinslaken. Ich woh­ne in We­sel.“ AL­VA­RO CERDO MO­RE­NO aus Chi­le: „Ich bin 17. Mein Host­club ist der RC Ober­hau­sen. Ich lie­be Deutsch­land.“ Hil­la­ry Dawn Co­le aus den USA: „Ich bin 18 Jah­re alt. Für mich ist es was be­son­de­res, hier in Deutsch­land sein zu dür­fen, die Spra­che zu ler­nen und vie­le in­ter­es­san­te Leu­te ken­nen­zu­ler­nen.“ AND­REW JA­MES TER­RY aus Ka­na­da: „Ich kom­me aus Bramp­ton. Ich bin 16 Jah­re alt und beim RC Kle­ve zu Gast. Ich freue mich auf Deutsch­land, möch­te die Spra­che ler­nen und vie­le Leu­te tref­fen.“ NIE­DER­RHEIN Was ein Jahr im Aus­land be­wir­ken kann, über­rascht Pe­ter Schaap im­mer wie­der. Re­gel­mä­ßig er­lebt er schüch­ter­ne jun­ge Leu­te, die noch nicht rich­tig wis­sen, was sie ei­gent­lich wol­len, aber die sich auf­raf­fen, um sich für den Ju­gend­aus­tausch zu be­wer­ben. Wäh­rend des Auf­ent­halts hält er E-Mail-Kon­takt zu sei­nen Schütz­lin­gen, nach der Rück­kehr „steht oft ein neu­er Mensch vor mir“: of­fen, selbst­be­wusst und hoch mo­ti­viert. Pe­ter Schaap, Prä­si­dent des Ro­ta­ry Clubs Gel­dern, en­ga­giert sich seit vie­len Jah­ren im Di­strikt, der re­gio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on der Ro­ta­ry-Clubs, für den Ju­gend­aus­tausch. Seit ei­nem Jahr ist er Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses „Jun­ge Ge­ne­ra­ti­on“.

Und da­mit hat er mit ei­ner gan­zen Men­ge jun­ger Men­schen zu tun. 65 deut­sche Ju­gend­li­che schi- cken die Ro­ta­ry-Clubs zwi­schen Kle­ve und Müns­ter je­des Jahr in al­le Welt, ge­nau­so vie­le Aus­tausch­schü­ler emp­fan­gen sie dann. „Der­zeit ha­ben wir Gäs­te aus al­len Erd­tei­len und 17 ver­schie­de­nen Län­dern“, be­rich­tet Schaap. Welt­weit sind dank Ro­ta­ry je­des Jahr rund 8000 jun­ge Leu­te zwi­schen 16 und 18 Jah­ren im Jah­res­aus­tausch. In Deutsch­land sind es über 650 Ju­gend­li­che, die je­des Jahr in 30 Gast­län­dern auf die­sem Weg ih­ren Ho­ri­zont er­wei­tern.

Un­ter­ge­bracht wer­den die jun­gen Gäs­te in Gast­fa­mi­li­en. Im Re­gel­fall wech­selt man wäh­rend des Jah­res zwei-bis drei­mal die Fa­mi­lie. Der ei­gent­li­che Gast­ge­ber und für „sei­nen“ Aus­tausch­schü­ler ver­ant­wort­lich ist aber stets ein Ro­ta­ryClub vor Ort. Der be­müht sich na­tür­lich, sei­nen Gäs­ten den Auf­ent­halt be­son­ders an­ge­nehm zu ma­chen. So ge­hört für die „In­bounds“, al­so die aus­län­di­schen Gäs­te, in je­dem Jahr ei­ne zwei­wö­chi­ge Tour durch Deutsch­land so­wie ei­ne drei­wö­chi­ge Eu­ro­pa-Rund­rei­se zu den Hö­he­punk­ten ih­res Auf­ent­halts. Ge­ra­de bei die­sen Rei­sen geht es na­tür­lich sehr tur­bu­lent und bunt zu, sind doch gut 60 Ju­gend­li­che aus den ver­schie­dens­ten Län­dern an Bord. Auf die deut­schen Schü­ler war­ten in ih­ren Gast­län­dern na­tür­lich ähn­li­che An­ge­bo­te.

Pflicht ist der Schul­be­such. Zu­dem ist man als Aus­tausch­schü­ler ein Bot­schaf­ter sei­nes Lan­des. Die gast­ge­ben­den Clubs wün­schen sich die Teil­nah­me der Gäs­te bei ih­ren Tref­fen und freu­en sich auch über ei­nen Vor­trag über das Hei­mat­land. Wer sich für die Teil­nah­me be­wirbt, muss zu­dem im Ge­gen­zug auch be­reit sein, selbst ei­ne Zeit lang ei­nen Gast aus dem Aus­land auf­zu­neh­men. Ro­ta­ry zahlt für die Teil­neh­mer Kost und Lo­gis so­wie die Be- treu­ung vor Ort. Rei­se­kos­ten und Kran­ken­ver­si­che­rung müs­sen selbst über­nom­men wer­den. „Ei­ni­ge Clubs sind aber auch da groß­zü­gig und über­neh­men wei­te­re Kos­ten“, be­rich­tet Schaap. Al­lein am Geld soll­te ein Ju­gend­aus­tausch mit Ro­ta­ry je­den­falls nicht schei­tern.

Si­mi­lan Chi­ra­kit­ti­wut.

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