Duis­bur­ger Frach­ter ver­senkt Fäh­re

Rheinische Post Goch - - Gesellschaft - VON ANDRÉ SCHAHIDI

AMS­TER­DAM Bei ei­ner Kol­li­si­on auf ei­nem nie­der­län­di­schen Ka­nal hat ein Duis­bur­ger Frach­ter ges­tern mor­gen ei­ne Per­so­nen­fäh­re ver­senkt. An Bord be­fand sich nur der Steu­er­mann, sei­ne Lei­che wur­de am spä­ten Nach­mit­tag ge­bor­gen. Der Ka­nal wur­de für den Schiffs­ver­kehr ge­sperrt. Die Po­li­zei hat­te die Be­sat­zung des Fracht­schiffs, zwei Män­ner im Al­ter von 36 und 60 Jah­ren, ver­hört und ei­nem Al­ko­hol­test un­ter­zo­gen. Letz­te­rer fiel ne­ga­tiv aus.

Der Un­fall er­eig­ne­te sich nach Po­li­zei­an­ga­ben auf dem Ams­ter­dam-Rh­ein­ka­nal bei Nieu­wer ter Aa, et­wa 30 Ki­lo­me­ter süd­lich der nie­der­län­di­schen Haupt­stadt Ams­ter­dam. Ge­gen sie­ben Uhr mor­gens stieß der Frach­ter „MS Stadt Fürth“ aus Duis­burg-Ruhr­ort bei Dun­kel­heit fron­tal auf die Fäh­re, die Platz für et­wa ein Dut­zend Pas­sa­gie­re bie­tet. Das klei­ne Schiff ken­ter­te und trieb fort­an kiel­oben auf dem Was­ser. Zu­nächst war un­klar, wie vie­le Per­so­nen sich auf der Fäh­re be­fan­den, wes­we­gen Ret­tungs­mann­schaf­ten das Was­ser stun­den­lang mit Wär­me­bild­ka­me­ras und Son­ar­ge­rä­ten ab­such­ten. Üb­li­cher­wei­se wird die Fäh­re ge­ra­de in den Mor­gen­stun­den stark fre­quen­tiert, we­gen der Herbst­fe­ri­en be­fand sich der 56-jäh­ri­ge Steu­er­mann je­doch al­lei­ne auf dem Schiff.

Ge­gen Nach­mit­tag wur­de ei­ne Lei­che un­weit des Un­fall­orts von Tau­chern im Was­ser ent­deckt, die Per­son wur­de kurz dar­auf als der ver­miss­te Steu­er­mann iden­ti­fi­ziert. Die Fäh­re wur­de im Lau­fe des Ta­ges von der Feu­er­wehr aus dem Was­ser ge­zo­gen.

An ei­nem an­de­ren Tag hät­te die Kol­li­si­on zu ei­ner Ka­ta­stro­phe füh­ren kön­nen, mut­maß­te ein Spre­cher des Fähr­be­triebs. „Zum Glück wa­ren Schul­fe­ri­en.“ Ein Feu­er­wehr­mann nann­te es ein „Wun­der“, dass kei­ne wei­te­ren Per­so­nen zu Scha­den ka­men.

„Es war nur ei­ne Fra­ge der Zeit, bis hier et­was pas­siert“, sag­te Wi­gel Vis­ser, ei­ner der ers­ten Au­gen­zeu­gen und An­woh­ner am Un­fall­ort, der nie­der­län­di­schen Zei­tung „De Te­le­graaf“. „Es ist hier re­gel­mä­ßig eng.“ Der Ka­nal, der Ams­ter­dam und das Ruhr­ge­biet mit­ein­an­der ver­bin­det, ist der am stärks­ten be­fah­re­ne Ka­nal der Welt und nur 100 bis 150 Me­ter breit. In­ter­net Vi­de­os zum Fähr-Un­glück auf www.rp-on­line.de/pan­ora­ma

FO­TO: AFP

Ret­tungs­kräf­te such­ten im Ams­ter­dam-Rh­ein­ka­nal nach dem ver­miss­ten Steu­er­mann. Die klei­ne Per­so­nen­fäh­re trieb kiel­oben im Was­ser.

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