Ent­de­ckungs­tour.

Der Land­kreis Am­mer­land ist ge­prägt von ei­ner Fül­le an Parks und Gär­ten. Zwi­schen We­ser und Ems ge­le­gen lockt Am­mer­land zu­dem mit ver­kehrs­ar­men und fla­chen Rad­we­gen durch ei­ne herr­li­che Land­schaft. OPINIO-Au­to­rin Il­se Lan­gen­bach mach­te sich dort auf

Rheinische Post Goch - - Gesellschaft -

Moin, das ist die an­ge­sag­te Be­grü­ßungs­for­mel im Am­mer­land. Sie passt im­mer, mor­gens, mit­tags, abends und wird ger­ne an­ge­wandt, über­all, von jung und alt, beim Be­tre­ten ei­nes Ge­schäfts, beim Spa­zier­gang, beim Ra­deln, je­der­zeit. Der Gast lernt schnell und fühlt sich freund­lich auf­ge­nom­men.

Das Am­mer­land liegt im Nord­wes­ten Nie­der­sach­sens, in der Nä­he der Stadt Ol­den­burg. Sein Herz­stück ist der Ku­r­ort Bad Zwischenahn am Zwi­schen­ah­ner Meer.

Die Be­zeich­nung Meer täuscht al­ler­dings dar­über hin­weg, dass es sich in Wahr­heit um ei­nen zir­ka 550 Hekt­ar gro­ßen Bin­nen­see han­delt. Hin­ge­duckt, das Dach her­un­ter­ge­zo­gen bis zum Erd­ge­schoss, ste­hen vie­le der al­ten und neu­en Back­stein­häu­ser in ih­ren ge­pfleg­ten Gär­ten. Auch dies­seits der He­cken blü­hen die Blu­men und der Ra­sen scheint auch dort noch mit der Na­gel­sche­re be­ar­bei­tet wor­den zu sein.

Die Ge­gend ist flach, ein El­do­ra­do für Rad­fah­rer. Schon die Fahrt von der A31 über die Land­stra­ße 401 Rich­tung Ol­den­burg ver­mit­telt ei­nen ers­ten Ein­druck von Wei­te und ge­rin­ger Be­völ­ke­rungs­dich­te. Ge­ra­de, wie mit dem Li­ne­al ge­zo­gen, zieht sie sich da­hin und lässt den Ge­dan­ken auf­kom­men, man kön­ne schon mit­tags se­hen, wer abends zum Es­sen kommt.

Ein mehr als 350 Ki­lo­me­ter lan­ges, lokales und re­gio­na­les Rad­und Wan­der­we­ge­netz zieht sich rund um die Haupt­or­te Bad Zwischenahn, Wes­ter­ste­de, Wie­felste­de und Ras­te­de, z.B. die Am­mer­land­rou­te, die Müh­len­rou­te, die Moor­rou­te oder auch die Rho­do­dend­ren­rou­te.

Be­kannt ist das Am­mer­land für die gro­ße An­zahl sei­ner Baum­schu­len. Ge­züch­tet wer­den un­ter an­de­rem Buchs­bäu­me und Ko­ni­fe­ren. Auf den Fel­dern sieht man sie in Hö­hen von über zwei Me­tern, in Ku­gel­form mit ei­nem Durch­mes­ser von über ei­nem Me­ter oder auch als Bon­sai ge­schnit­ten. Die Wie­ge der Rho­do­dend­ren­zucht liegt in die­sen Baum­schu­len, zir­ka 90 Pro­zent die­ser Pflan­zen in Deutsch­land stam­men aus der Ge­gend dort.

Für die an­de­ren Zei­ten des Jah­res gibt es aber noch das ehe­ma­li­ge nie­der­säch­si­sche Lan­des­gar­ten­schauge­län­de, heu­te „Park der Gär­ten“. Hät­ten wir nur ge­ahnt, was uns dort er­war­tet, wir hät­ten ei­nen an­de­ren Tag aus­ge­sucht. So mach­ten wir uns gleich am ers­ten Tag bei Dau­er­re­gen auf die rund 3,8 Ki­lo­me­ter lan­ge Wan­de­rung vom Zen­trum Bad Zwi­schen­ahns zum Orts­teil Ros­trup. Die sie­ben Eu­ro (mit Kur­kar­te) ha­ben wir nicht be­reut.

Ei­ne rie­si­ge Park­an­la­ge, ge­öff­net von Mai bis An­fang Ok­to­ber, prä­sen­tiert 2010 mehr als 40 The­men­gär­ten, zum Bei­spiel den Well­ness­gar­ten mit Sau­na, Whirl­pool und Ru­he­lie­gen, den Schwimm­teich­gar­ten oder auch ei­nen Ro­sen-und Bau­ern­gar­ten. Ru­he­zo­nen und Sitz­grup­pen la­den zum Ent­span­nen und Pick­ni­cken ein, lei­der nicht so pri­ckelnd, wenn es von oben un­ent­wegt tropft. Lan­ge Bän­der mit jah­res­zeit­li­chen Blu­men, da­zu Skulp­tu­ren, Tei­che, Er­leb­nis- pfa­de und vie­les mehr sind auch bei Re­gen­wet­ter se­hens­wert.

Von Au­gust bis An­fang Sep­tem­ber gibt’s den Park mit ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Il­lu­mi­na­ti­on und das Tol­le dar­an, die Ein­tritts­kar­ten be­hal­ten für den Abend des glei­chen Ta­ges ih­re Gül­tig­keit. We­gen des un­ge­müt­li­chen Wet­ters ha­ben wir auf die­ses Bon­bon am Abend ver­zich­tet, lei­der. Der Park der Gär­ten für Gar­ten­lie­be­ha­ber und Blu­men­freun­de ein Muss!

Feh­len darf nicht der Hin­weis auf das ku­li­na­ri­sche High­light der Re­gi­on, den „Smoortaal“ aus dem Zwi­schen­ah­ner Meer. Im Tra­di­ti- ons­lo­kal „Spie­ker“ wird er frisch ge­räu­chert mit Brat­kar­tof­feln und Rühr­ei ser­viert. Der Kön­ner sucht sich am Tisch ei­nen Gan­zen aus und nimmt da­zu Schwarz­brot. Nach dem Es­sen wer­den die Hän­de am Tisch mit Schnaps ge­rei­nigt. Schnaps zum Trin­ken gibt es auch, am bes­ten man trinkt ihn am­mer­län­disch (aus dem Zinn­löf­fel) und zwar da­vor, da­zu und da­nach.

Se­hens­wert ist auch das Frei­licht­mu­se­um in Bad Zwischenahn mit al­ten Frie­sen­häu­sern und ei­ner Wind­müh­le, al­les in der Nä­he der weit­läu­fi­gen Kur­an­la­gen zu be­sich­ti­gen.

Blü­ten­pracht im Park der Gär­ten in Bad Zwischenahn.

Ein ty­pi­sches Am­mer­län­der Frie­sen­haus.

Von IL­SE LAN­GEN­BACH, Con­trol­le­rin aus Düsseldorf. Bei OPINIO schreibt sie als lon­gri­ver.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.