Red Bull: Freie Fahrt für Vet­tel und Web­ber

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman - VON ECK­HARD CZE­KAL­LA

YEONG­AM/DÜSSELDORF Chris­ti­an Hor­ner, Chef des Red-Bull-Teams, fei­ert am 16. No­vem­ber sei­nen 37. Ge­burts­tag. Vi­el­leicht ha­ben ihm dann sei­ne For­mel-1-Fah­rer Sebastian Vet­tel (Hep­pen­heim) und Mark Web­ber (Aus­tra­li­en) ein be­son­de­res Ge­schenk ge­macht. Ge­winnt ei­ner der bei­den zwei Ta­ge zu­vor beim Sai­son­fi­na­le in Abu Dha­bi den Ti­tel und setzt sich der Renn­stall des ös­ter­rei­chi­schen Mil­li­ar­därs Dietrich Ma­te­schitz auch noch in der Kon­struk­teurs-Wer­tung durch, dann gin­ge der Bri­te als jüngs­ter Lei­ter ei­nes Welt­meis­ter­teams in die Sport­ge­schich­te ein.

Web­ber (220 Punk­te) und Vet­tel (206) ha­ben drei Ren­nen vor Sai­son­schluss die bes­ten Kar­ten ne­ben dem Fer­ra­ri-Pi­lo­ten Fer­nan­do Alonso, der punkt­gleich mit dem Deut­schen ist. Doch von ei­ner Fest- le­gung auf ei­nen der bei­den Fah­rer will man bei Red Bull nichts wis­sen, auch wenn vi­el­leicht der Spa­nier, 2005 und 2006 be­reits Cham­pi­on, der la­chen­de Drit­te ist. „Wir hal­ten es nach wie vor für un­fair, ei­nen Fah­rer ge­gen­über dem an­de­ren zu be­vor­zu­gen. Es wird noch ziem­lich schwie­rig, aber bei­de kön­nen es pa­cken. Wir wol­len ih­nen die Chan­ce ge­ben, erst­mals Welt­meis­ter wer­den zu kön­nen, aber wir wä­ren dumm, wenn wir McLa­ren oder Fer­ra­ri un­ter­schät­zen wür­den“, sag­te Hor­ner.

Beim Frei­en Trai­ning in Yeong­am hat­te Web­ber die Na­se vorn. „Es lief nicht so gut. Das war ein Crash­kurs im Rut­schen und Drif­ten. Und der Platt­fuß am An­fang des zwei­ten Trai­nings hat uns schwer ge­trof­fen“, sag­te Vet­tel, der mehr als 1,2 Se­kun­den hin­ter der Best­zeit sei­nes Team­kol­le­gen zu­rück­lag und we­gen des zer­stör­ten Rei­fens ei­ni­ge Trai­nings­zeit ver­lor.

Die neue Stre­cke in Süd­ko­rea be­stand je­den­falls den Test. „Das war die schmut­zigs­te Renn­pis­te, auf der ich je ge­fah­ren bin“, sag­te McLa­ren-Mer­ce­des-Fah­rer Le­wis Ha­mil­ton, „aber grund­sätz­lich macht sie Spaß, weil sie sehr schnell ist.“ Der En­g­län­der, der sich bei 28 Punk­ten Rück­stand auf Web­ber wie auch sein Lands­mann, Team­kol­le­ge und Ti­tel­ver­tei­di­ger Jen­son But­ton (31 Zäh­ler) noch Hoff­nun­gen macht, sieht sich in ei­ner gu­ten Po­si­ti­on. „Ich ha­be nichts zu ver­lie­ren, kann aber al­les ge­win­nen. So ge­se­hen ha­ben die an­de­ren den Druck“, sag­te der Mann, der 2008, in sei­nem zwei­ten For­mel-1-Jahr, den Ti­tel hol­te.

Heu­te (7 Uhr MESZ) wer­den ers­te Wei­chen ge­stellt, wenn im Qua­li­fy­ing die Start­auf­stel­lung für das mor­gi­ge Ren­nen (8 Uhr/je­weils live bei RTL) er­mit­telt wird. Vor­ne zu ste­hen, er­leich­tert die Fahrt zum Sieg und zu wich­ti­gen Punk­ten. Red Bull, Fer­ra­ri, McLa­ren, Re­nault – sie al­le wa­ren ges­tern schnell. Ein Feh­ler, der zu Be­ginn der Sai­son noch wett­ge­macht wer­den kann, kann zu die­sem spä­ten Zeit­punkt schon das En­de al­ler Träu­me be­deu­ten. Die Span­nung steigt – und da­mit auch die Span­nun­gen. Web­ber und Vet­tel, in der ver­gan­ge­nen Sai­son noch lo­cker im Um­gang mit­ein­an­der, ma­chen nur noch das Nö­tigs­te ge­mein­sam.

FO­TO: AP.

Vol­le Kon­zen­tra­ti­on: Sebastian Vet­tel will Welt­meis­ter wer­den

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