Lap­p­land im Herbst

Rheinische Post Goch - - Reise& Welt -

Teil­ab­schnitt des be­rühm­ten „Kungs­le­den“, der 425 Ki­lo­me­ter lang von He­ma­van bis Abis­ko durch Lap­p­land führt. Man trifft nur we­ni­ge Wan­de­rer hier. Das Na­tur­schutz­ge­biet wird des­halb auch der „ver­ges­se­ne Na­tio­nal­park“ ge­nannt. „Ein un­ent­deck­tes Pa­ra­dies, be­son­ders im Herbst“, sagt Björn Juhlin.

Er wohnt mit sei­ner Fa­mi­lie auf ei­nem ent­le­ge­nen Hof bei Ar­jeplog. In der gleich­na­mi­gen Ge­mein­de le­ben 3100 Ein­woh­ner – auf ei­ner Flä­che von 18 000 Qua­drat­ki­lo­me­tern, halb so groß wie Ba­den-Würt­tem­berg. Der klei­ne Ort hat au­ßer zwei Su­per­märk­ten, zwei Tank­stel­len, ein paar Fast-Food-Re­stau­rants so­wie ei­nem An­gel­ge­schäft nicht viel zu bie­ten. Er ver­sprüht den Charme ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Or­tes ir­gend­wo in der Pr­ä­rie. Doch statt von Wüs­te ist er um­ge­ben von mehr als 8000 Se­en.

Die Berg­welt um Ar­jeplog ist ei­nes der größ­ten un­be­sie­del­ten Ge­bie­te Schwe­dens. Im Som­mer geht die Son­ne hier nie un­ter, im Win­ter wird es an vie­len Ta­gen kaum hell. Be­vor aber die Dun­kel­heit kommt, ex­plo­diert die Na­tur im schwe­di­schen „In­dian Sum­mer“ in den grells­ten Gelb-, Oran­ge-und Rot­tö­nen. Von ei­nem der vie­len sanft ge­wölb­ten Gip­fel über­blickt man den Far­ben­rausch: Das Laub der Bir­ken ver­färbt sich gelb, dun­kel­rot leuch­ten die Al­pen­Bä­ren­trau­ben und die Ge­birgs­hei­de, im Tal glit­zert ein See in der Herbst­son­ne. In al­le Rich­tun­gen scheint die Er­de un­end­lich weit zu sein, kei­ne Stra­ße, kein Strom­mast, kein Haus weit und breit.

Für Björn Juhlin ist An­fang Sep­tem­ber die schöns­te Jah­res­zeit zum Wan­dern: „Dann ha­ben die Mü­cken ih­re Hoch­sai­son hin­ter sich.“ Der Weg vom kah­len Fjäll hin­ab in den Bir­ken­wald führt an ei­ner Hüt­te vor­bei. Die­se öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Holz­häus­chen sind rar auf dem Weg durch den Na­tio­nal­park. Wer mehr als ei­ne Ta­ges­tour plant, soll­te ein Zelt mit­neh­men – und ei­nen war­men Schlaf­sack, denn im Herbst kann es in Lap­p­land nachts schon Frost ge­ben.

In der Hüt­te ha­ben Wan­de­rer ei­ne Gu­lasch­sup­pe zu­rück­ge­las­sen, in ei­ner Ecke ist Holz auf­ge­sta­pelt. Björn holt dün­ne Äs­te aus sei­nem Ruck­sack und schich­tet sie in der Feu­er­stel­le vor der Hüt­te auf ei­ni­ge Schei­te Holz. Dann ent­zün­det er sie. Auf ei­nem Berg­kamm ge­gen­über ha­ben sich Dut­zen­de neu­gie­ri­ger Au­gen­paa­re auf das La­ger­feu­er ge­rich­tet. Ei­ne Her­de Ren­tie­re zieht durch den Na­tio­nal­park. INFO Die Tou­rist-Info in Ar­jeplog ist ne­ben der Kir­che im Sil­ber­mu­se­um un­ter­ge­bracht: Tor­get, S-93090 Ar­jeplog (Tel. von Deutsch­land: 0046/961/14 500, www.sil­ver­mu­seet.se). Vi­sit Swe­den (Tel.: 040/32 55 13 19, www.vi­sits­we­den.com).

FO­TO. DPA

Idyl­lisch Im Herbst be­geg­nen Wan­de­rer in Lap­p­land nur we­ni­gen Men­schen. Be­ein­dru­ckend sind die herbst­li­chen Far­ben.

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