Ge­nuss wie im

Statt der gro­ßen Rei­se bu­chen vie­le Ur­lau­ber lie­ber ein ver­län­ger­tes Wo­che­n­en­de im ei­ge­nen Land. Ger­ne auch mit dem Bus, der sie bis vors Ho­tel fährt.

Rheinische Post Goch - - Reise& Welt - VON DIRK WEBER

Die Wirt­schafts­kri­se hat vie­le Rei­se­bran­chen schwer ge­trof­fen. Nicht so die Bus­tou­ris­tik. Sie blieb wei­test­ge­hend ver­schont. Denn vie­le Ur­lau­ber ver­zich­ten auch in die­sem Jahr wie­der auf die gro­ße Rei­se und bu­chen lie­ber Kurz­trips. Ger­ne mit dem Bus. Und ger­ne auch im ei­ge­nen Land. Statt drei Wo­chen Pro­vence lockt ein ver­län­ger­tes Wo­che­n­en­de mit Mu­si­cal­be­such in Ham­burg.

„Das ei­ge­ne Land liegt in der Gunst der Bus­rei­sen­den ganz weit vorn“, weiß Ste­fan Zi­bul­la, Spre­cher der Gü­te­ge­mein­schaft Bus­kom­fort (gbk). Et­wa ein Drit­tel al­ler Bus­rei­sen ha­be ei­ne Des­ti­na­ti­on in­ner­halb Deutsch­lands zum Ziel. So das Er­geb­nis ei­ner Um­fra­ge un­ter den rund 500 Mit­glieds­un­ter­neh­men. „In Deutsch­land wis­sen die Ur­lau­ber eben, was sie er­war­tet“, sagt Zi­bul­la. „Bus­rei­se­gäs­te sind in deut­schen Ho­tels will­kom­men und ha­ben nicht das Ge­fühl, nur ,Ur­lau­ber zwei­ter Klas­se‘ zu sein. Sie sind zu­frie­den mit den Ho­tels, dem Ser­vice und der Gas­tro­no­mie. Die­ses ho­he Qua­li­täts­ni­veau ist im Aus­land noch nicht über­all Stan­dard“, stellt Zi­bul­la fest.

Ge­fahr droh­te ei­ne Wei­le le­dig­lich aus der Luft. Die Bil­lig­flie­ger hat­ten den Bus­sen so­zu­sa­gen den Rang ab­ge­lau­fen. Für ein paar Eu­ro in die eu­ro­päi­schen Me­tro­po­len flie­gen – das klang für vie­le Ur­lau­ber zu ver­lo­ckend. In­zwi­schen sei­en die meis­ten wie­der auf den Bus um­ge­stie­gen, weil sie ge­merkt hät­ten, dass der ver­meint­li­che Bil­lig­flie­ger doch nicht so bil­lig sei, sagt Zi­bul­la. Schließ­lich müss­ten die Gäs­te auch noch vom Flug­ha­fen in die Stadt ge­lan­gen. Und je­der Mu­se­ums­be­such, je­der Aus­flug trei­be die Rei­se­kos­ten wei­ter in die Hö­he.

Der Bus ha­be den Vor­teil, dass er die Rei­se­gäs­te bis vors Ho­tel fährt. Das Pro­gramm sei eben­falls im Preis ent­hal­ten. Ei­ni­ge Ver­an­stal­ter las­sen die Kun­den so­gar mit dem Ta­xi von zu Hau­se ab­ho­len und zum Bus brin­gen. Der Kun­de müs­se nur noch ein­stei­gen. Um den Rest küm­mern sich an­de­re.

„Das ist es, was den Bus­rei­sen­den ge­fällt“, meint Zi­bul­la, „das und der Wunsch nach Ent­schleu­ni­gung.“ Wer mit dem Bus ver­rei­se, wol­le auch et­was von der Um­ge­bung se­hen. Nicht nur das Ziel sei wich­tig. „Bus­rei­sen ist wie Ki­no“, sagt Zi­bul­la. „Mit ma­xi- mal 100 km/h rauscht die Welt nicht am Fens­ter vor­bei, son­dern lässt sich ent­spannt ge­nie­ßen.“

Hier die laut gbk be­lieb­tes­ten Bus­rei­se­zie­le Eu­ro­pas:

(30 Pro­zent): Weil es nah ist (vor der Haus­tür) und das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis stimmt. Au­ßer­dem ist Deutsch­land ei­ne Des­ti­na­ti­on fürs gan­ze Jahr. Und die Rei­se lässt sich gut mit ei­ner Fluss­kreuz­fahrt auf dem Rhein oder der Do­nau ver­bin­den.

(12,4 Pro­zent): Pu­bli­kums­ma­gne­ten sind Rom und Ve­ro­na, ge­folgt von Mailand und Flo­renz. Die­se Städ­te sind dank Oper, Fest­spie­le und Ko­los­se­um Klas­si­ker der Kul­tur­rei­sen­den. Et­was nach­ge­las­sen hat die Nach­fra­ge nach Well­ness in Aba­no Ther­me. Da­für sind Wan­der­rei­sen zum Bei­spiel in Um­bri­en, auf Si­zi­li­en oder in der Tos­ka­na stark im Kom­men.

(9 Pro­zent): Das Al­pen­land hat bei­des zu bie­ten – Kul­tur und Na­tur. Im Win­ter lo­cken die Ski­pis­ten, im Som­mer ei­ne Fahrt auf der Do­nau. Vie­le Bus­rei­sen füh­ren zu­nächst als Städ­te­rei­se nach Wi­en. Und von da aus geht’s dann mit dem Schiff wei­ter auf der Do­nau zum Bei­spiel Rich­tung Bra­tis­la­va in der Slo­wa­kei.

Hier die be­lieb­tes­ten Zie­le in­ner­halb Deutsch­lands:

(9,3 Pro­zent): Eig­net sich für ei­nen län­ge­ren Auf­ent­halt. Im Som­mer lässt sich Wan­dern und im Win­ter Ski­fah­ren. Zu den be­lieb­tes­ten Re­gio­nen zählt das All­gäu we­gen der Ber­ge. München ist für die Ba­va­ria-Film­stu­di­os be­rühmt. Und die Nä­he zu Ös­ter­reich wird ger­ne für ei­nen Be­such in Inns­bruck ge­nutzt.

(7,9 Pro­zent): Das Bun­des­land hat kräf­tig auf­ge­holt. Auch we­gen der Bun­des­gar-

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