Er­folg mit Hühn­chen an Wal­nuss-Sa­lat

Rheinische Post Goch - - Reise& Welt -

Eu­ro­päi­sche Spit­zen­kö­che las­sen sich gern von ih­ren asia­ti­schen Kol­le­gen in­spi­rie­ren. So gab der Gre­ven­broi­cher Ster­ne-Koch Die­ter L. Kauf­mann („Zur Trau­be“) nicht nur viel be­ach­te­te Gast­spie­le im Re­stau­rant der Ho­tel­le­gen­de „The Raff­les“ in Sin­ga­pur, son­dern leg­te auf dem Weg nach Süd­ost­asi­en meist ei­nen Zwi­schen­stopp in Hong­kong ein, um den Kol­le­gen in die Töp­fe zu schau­en.

Jetzt ist ei­ner der Gro­ßen sei­ner Zunft in der süd­chi­ne­si­schen Fi­nanz­me­tro­po­le an­ge­kom­men, der mit sei­ner Fu­si­ons­kü­che aus eu­ro­päi­schen und asia­ti­schen Ele­men­ten ei­ne ei­ge­ne Li­nie ent­wi­ckelt hat: Nach 20 er­folg­rei­chen Jah­ren ver­ließ Gray Kunz New York, um in Hong­kong neue Maß­stä­be zu set­zen. Das „Ca­fé Gray“ im Ti­me Warner Cen­ter von Man­hat­tan ist Ver­gan­gen­heit, das „Ca­fé Gray De­lu­xe“ in Ad­mi­ra­li­ty auf Hong­kong Is­land ist die Zu­kunft.

Al­lein der Stand­ort setzt Maß­stä­be. Nur über ei­ne „Him­mels­brü­cke“ ist das „Ca­fé Gray De­lu­xe“ im 49. Stock des „The Up­per Hou­se“ zu er­rei­chen. Von dem neu­en Lu­xus-Ho­tel der Swire-Grup­pe aus ist der Blick auf den Vic­to­ria-Ha­fen und die Sky­line von Kow­loon spek­ta­ku­lär. Sym­me­trisch er­öff­nen sich dem Gast Bar, Lounge so­wie Re­stau­rant. Hier ei­ne 14 Me­ter lan­ge The­ke, dort ei­ne eben­so lan­ge of­fe­ne Kü­che. Atem­be­rau­bend ist schon das Am­bi­en­te, das der Haus­herr als „un­auf­fäl­li­gen Lu­xus“ be­zeich­net. Der Gast be­dient be­reits sei­ne Sin­ne, da hat er von den Ge­rich­ten noch nicht ein­mal pro­biert: „Gla­sier­te Hühn­chen­flü­gel an Wal­nusssa­lat“ oder „Sau­tier­te Gar­ne­len an Li­mo­nen-Ko­kos­nuss­sau­ce“ – Fu­si­ons­kü­che: East meets west.

Wer Glück hat, be­geg­net dem Meis­ter persönlich. Der lässt sich ent­spannt an­spre­chen, auch auf Deutsch. Der Sohn ei­nes Schwei­zers und ei­ner Irin ist in Sin­ga­pur ge­bo­ren und in Bern auf­ge­wach­sen. Kunz plau­dert über sei­ne Kunst, gibt Au­to­gram­me auf der Spei­se­kar­te und spen­diert zum Es­pres­so selbst ge­mach­te Scho­ko­la­den-Le­cke­rei­en.

Gray Kunz ver­brach­te sei­ne Lehr-und Wan­der­jah­re in ers­ten Häu­sern. Im „Baur au Lac“ in Zü­rich, bei Fred­dy Gi­ra­det in Cris­sier oder im „The Pen­in­su­la“ in New York. In Man­hat­tan schrieb er auch mit sei­nem „Ca­fé Gray“ Ge­schich­te, das er 2004 er­öff­ne­te und be­reits im ers­ten Jahr zu ei­nem Mi­che­linS­tern führ­te. Aber das ist auch schon wie­der Ge­schich­te. Heu­te ist Kunz in Hong­kong top – in je­der Be­zie­hung.

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