Be­triebs­kos­ten recht­zei­tig ab­rech­nen

Rheinische Post Goch - - Immobilien& Geld -

(chd) In Miet­ver­trä­gen wird ne­ben der Grund­mie­te für die so­ge­nann­ten Be­triebs­kos­ten, wie et­wa Was­ser­ver­brauch und Müll­ab­fuhr, ei­ne Pau­scha­le ver­langt oder ver­brauchs­be­zo­gen ab­ge­rech­net.

Im zwei­ten Fall zahlt der Mie­ter ei­ne mo­nat­li­che Vor­aus­zah­lung. Für die­se Vor­aus­zah­lun­gen muss der Ver­mie­ter ein­mal im Jahr ei­ne de- tail­lier­te Abrech­nung er­stel­len.

Hat ein Ver­mie­ter ver­säumt, in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten nach En­de der Abrech­nungs­pe­ri­ode ei­ne Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung zu er­stel­len, kann er des­halb kei­ne Nach­for­de­run­gen mehr ge­gen­über dem Mie­ter gel­tend ma­chen. Die ver­säum­te Frist hat aber über den Zei­t­raum der Nach­zah- lun­gen hin­aus kei­ne Aus­wir­kun­gen auf zu­künf­ti­ge Abrech­nun­gen. Hin­sicht­lich der zu leis­ten­den Vor­aus­zah­lun­gen kann so­wohl der Ver­mie­ter als auch der Mie­ter ei­ne An­pas­sung der Be­triebs­kos­ten­vor­aus­zah­lun­gen for­dern.

Der VIII. Se­nat hat­te kürz­lich über die An­pas­sung der Vor­aus­zah­lun­gen zu ent­schei­den. In dem Fall for­der­te ein Ver­mie­ter auf der Grund­la­ge der letz­ten Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung ei­ne hö­he­re Vor­aus­zah­lung auf die Be­triebs­kos­ten. Die Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung war für das Jahr 2005 er­stellt wor­den, wur­de dem Mie­ter vom Ver­mie­ter je­doch erst im Ju­ni 2007 vor­ge­legt.

Der Bun­des­ge­richts­hof gab dem Ver­mie­ter Recht, weil sich die An­pas­sung der Vor­aus­zah- lun­gen auf ei­nen an­de­ren Abrech­nungs­zeit­raum be­zieht als die Nach­zah­lung. Zu­dem wer­de durch die An­pas­sung si­cher­ge­stellt, dass die Vor­aus­zah­lun­gen künf­tig den tat­säch­lich ent­ste­hen­den Kos­ten mög­lichst na­he­kom­men. Die­se Mög­lich­keit müs­se der Ver­mie­ter auch dann ha­ben, wenn er ver­spä­tet ab­ge­rech­net hat. (Az: VIII ZR 258/09)

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