Wi­ki­leaks-Skan­dal

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

DVON GREGOR MAYNTZ

ie Ver­öf­fent­li­chung von fast 400 000 streng ge­hei­men Do­ku­men­ten zum Vor­ge­hen des USMi­li­tärs im Irak ist ein Skan­dal. So vie­le Bei­trä­ge sind vor al­lem für den Pro­fi nütz­lich, der sich ein Bild von der ope­ra­ti­ven Tak­tik der US-Streit­kräf­te ma­chen und ver­wund­ba­re Stel­len iden­ti­fi­zie­ren kann. Des­halb ist der Hin­weis rich­tig, dass US-Sol­da­ten die­se „Auf­klä­rung“ mit ih­rem Le­ben be­zah­len müs­sen.

Der grö­ße­re Skan­dal ist frei­lich das Trei­ben der US-Streit­kräf­te, die im Kampf ge­gen Un­rechts­re­gime ele­men­ta­re Men­schen­rech­te mit Fü­ßen tre­ten. Die­ses Ver­hal­ten und nicht die Ver­öf­fent­li­chung die­ses Ver­hal­tens stellt in der Fol­ge die grö­ße­re Be­dro­hung für die US-Sol­da­ten dar. Die Ab­sicht von Wi­ki­leaks ist das ge­ziel­te An­pran­gern von Miss­stän­den, nicht das ziel­lo­se Aus­plau­dern mi­li­tä­ri­scher Ge­heim­nis­se. Der Vor­gang soll­te prä­ven­tiv wir­ken: Feh­ler ver­hin­dern statt ver­tu­schen.

In der Wahr­neh­mung von Gut und Bö­se bleibt frei­lich das Grund­pro­blem, dass of­fe­ne Ge­sell­schaf­ten ih­re Ver­feh­lun­gen ins Schein­wer­fer­licht stel­len, wäh­rend to­ta­li­tä­re Sys­te­me ih­re wei­ße Wes­te kul­ti­vie­ren. Wo blei­ben die 800 000 Wi­ki­leaks-Do­ku­men­te über das ver­bre­che­ri­sche Vor­ge­hen der Sad­damHus­sein-Dik­ta­tur? BE­RICHT:

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