Ko­ali­ti­on be­schließt Steu­er­pa­ket

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft -

BERLIN (may-) Künf­tig soll die Steu­er­er­klä­rung nur noch al­le zwei Jah­re ab­ge­ge­ben wer­den müs­sen, wer­den die Steu­er­zah­ler auf mehr Pau­scha­len zu­rück­grei­fen und un­term Strich al­lein da­durch 500 Mil­lio­nen spa­ren kön­nen. Dar­auf ha­ben sich die Par­tei-und Frak­ti­ons­chefs der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on ges­tern Abend im Kanz­ler­amt ver­stän­digt.

Die Ent­schei­dung ist Teil ei­nes klei­nen Steu­er­pa­ke­tes, das frei­lich erst in meh­re­ren Schrit­ten in Kraft tre­ten soll. Vol­le Wirk­sam­keit soll die Steu­er­ver­ein­fa­chung erst 2012 ent­fal­ten. Ei­ne wei­te­re Ko­ali­ti­ons­run­de soll im nächs­ten Mo­nat fest­le­gen, wel­che Be­stand­tei­le auch schon zum 1. Ja­nu­ar 2011 die Steu­er­er­klä­rung ein­fa­cher ma­chen kön­nen.

Die­se ver­gleichs­wei­se klei­ne Steu­er­er­leich­te­rung war die Be­din­gung der FDP für ih­re Zu­stim­mung zu ei­ner mas­si­ven Er­hö­hung der Ta­bak­steu­er. Die noch nicht im De­tail fest­ge­leg­ten neu­en Vor­schrif­ten sol­len im Ef­fekt im nächs­ten Jahr 200 und in den fol­gen­den Jah­ren 500, 700 und dann je­weils 800 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sätz­lich in den Bun­des­haus­halt flie­ßen las­sen.

Auf die Ta­bak­steu­er war die Ko­ali­ti­on auf­merk­sam ge­wor­den, als sie nach mög­li­chen Ge­gen­fi­nan­zie­run­gen für ein Ent­ge­gen­kom­men ge­gen­über den en­er­gie­in­ten­si­ven Be­trie­be such­te. „Kor­rek­tur­be­darf“ hat­te zu­letzt auch Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le an sei­ner ei­ge­nen Öko­steu­er-Re­form an­ge­mel­det. Da­nach wer­den die Be­trie­be vor­aus­sicht­lich nicht mit 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro, son­dern „nur“ mit ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro stär­ker über die Öko­steu­er zur Kas­se ge­be­ten als bis­her. Klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren da­von, dass der So­ckel­be­trag, von dem an es über­haupt erst Ent­las­tun­gen gibt, nun doch nicht von 512,50 auf 2500, son­dern nur auf 1000 Eu­ro an­ge­ho­ben wird. Auch für Spit­zen­ver­brau­cher wird die Ver­güns­ti­gung we­ni­ger stark ge­dros­selt als zu­nächst vor­ge­se­hen.

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