Der dy­na­mi­sche Kreis Kle­ve

Die Zahl der Fir­men ist im vo­ri­gen Jahr um 736 oder 15,9 Pro­zent ge­stie­gen. Im­mer mehr jun­ge Leu­te ma­chen sich selbst­stän­dig. Mehr als 100 Grün­dungs­be­ra­tun­gen leis­tet die Wirt­schafts­för­de­rung Kreis Kle­ve pro Jahr.

Rheinische Post Goch - - Kreis Kleve – Regional -

KREIS KLE­VE (RP) Im letz­ten Jahr stieg die Zahl der Fir­men im Kreis Kle­ve per Sal­do um statt­li­che 736 - wohl­ge­merkt: al­le Fir­men­plei­ten sind be­reits ab­ge­zo­gen. Ver­gleicht man die Grün­dungs­dy­na­mik des Krei­ses Kle­ve mit dem Lan­des­durch­schnitt, so kommt man an ei­ner Aus­sa­ge nicht vor­bei: Im Kreis Kle­ve neh­men deut­lich mehr jun­ge Men­schen ih­re Zu­kunft in die Hand als an­ders­wo.

In nack­ten Pro­zent­sät­zen aus­ge­drückt er­gibt sich Er­staun­li­ches: Spie­gelt sich die Grün­dungs­dy­na­mik auf Lan­des­ebe­ne mit dem Wert von 4,2 Pro­zent wi­der, so er­reicht die Dy­na­mik im Kreis­ge­biet Kle­ve stol­ze 15,9 Pro­zent. Das Star­ter­Cen­ter im Kle­ver Tech­no­lo­gie-Zen­trum - un­ter­stützt vom Netz­werk aus In­dus­trie-und Han­dels­kam­mer, von Hand­werks­kam­mer und Kreis­hand­wer­ker­schaft, von der städ­ti­schen und kreis­wei­ten Wirt­schafts­för­de­rung - vie­le mög­li­che Grün­de. Mehr als 100 Mal im Jahr leis­tet al­lein die Wirt­schafts­för­de­rung Kreis Kle­ve Grün­dungs­be­ra­tung - im Vier-Au­gen-Ge­spräch mit en­ga­gier­ten, teils jun­gen Leu­ten, wie Mar­kus Selt­mann ei­ner ist.

Der Weg

Der Go­cher hat sei­ne Meis­ter­brie­fe für die Be­ru­fe „Tisch­ler“ und „Tro­cken­bau­er“ in der Ta­sche, sprach vor gut zwei Jah­ren bei der Kreis-WfG vor - in der fes­ten Ab­sicht, ei­ne im Markt eta­blier­te Schrei­ne­rei zu über­neh­men. Sei­ne Furcht vor den Kos­ten­struk­tu­ren mach­te ihn un­si­cher, die not­wen­di­ge Über­nah­me ei­nes Per­so­nal­stam­mes und die be­reits ent­schie­de­ne Stand­ort­fra­ge ta­ten ihr Üb­ri­ges. Kurz­um: Er trug die Sum­me sei­ner Un­si­cher­hei­ten an die Hoff­mann­al­lee 55 - und mach­te sei­nen Weg dann völ­lig an­ders.

Heu­te, zwei Jah­re spä­ter, hat der am Lee­ger-Wee­zer-Weg wohn­haf­te „Dy­na­mi­ker“ sei­ne ei­ge­ne Schrei­ne­rei, freut sich über ein ex­zel­len­tes Netz­werk von Ko­ope­ra­ti­ons­part- nern, Ar­chi­tek­ten und zu­frie­de­nen Kun­den. „Mein Steu­er­be­ra­ter ist mit mei­nem Start sehr zu­frie­den“, so der 32-Jäh­ri­ge. Be­reut hat er sei­nen Schritt bis­lang nie.

Und wie ihm geht es manch ei­nem, der mit dem Wunsch auf Selbst­stän­dig­keit „ins kal­te Was­ser“ sprang. Bei­spiels­wei­se in Keve­la­er. Hier hat sich Jutta Ri­jke­li­jk­hui­zen ih­ren Traum vom ei­ge­nen Ho­tel er­füllt. 54 Bet­ten zählt das „Stadt­ho­tel am Büh­nen­haus“, das sie im zwei­ten Jahr be­treibt. Ih­re Haupt­sai­son weist sie vom 1. Mai bis zum 31. Ok­to­ber aus - und wird eben­so von der Wall­fahrt wie von Ta­gungs­gäs­ten, Rad­wan­de­rern und Rya­nair-Pas­sa­gie­ren des Air­port Wee­ze le­ben. „Selbst­stän­dig­keit heißt heu­te auch ver­zich­ten“, so die jun­ge Frau, die da­mit vor al­lem ih­ren Ur­laub meint.

Ins sel­be Me­tier ge­sprun­gen wie Ri­jke­li­jk­hui­zen ist Ga­b­rie­le Sau­er­land, ei­ne in Kra­nen­burg le­ben­de Ar­chi­tek­tin, die auf ei­nem we­nig na­he­lie­gen­den Weg zum ei­ge­nen Ho­tel ge­kom­men ist. Im Auf­trag ei­nes in­ves­ti­ti­ons­freu­di­gen Zeit­ge­nos­sen plan­te die stu­dier­te Ar­chi­tek­tin das Ho­tel „Zur Kra­nen­gas­se“. Und je deut­li­cher das Bau­werk im Her­zen der Grenz­fes­te For­men an­nahm, je mehr lern­te sie das Ho­tel zu lie­ben.

Heu­te - und zwar in der zwei­ten Sai­son - ist sie Ge­schäfts­füh­re­rin und Di­rek­to­rin des schmu­cken Hau­ses.

FO­TO: PRI­VAT

Ei­ne ei­ge­ne Schrei­ne­rei und ein ex­zel­len­tes Netz­werk hat sich der Go­cher Mar­kus Selt­mann im Lau­fe sei­ner noch jun­gen Selb­stän­dig­keit auf­ge­baut.

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