Da Sil­va ret­tet Bo­rus­sia Dort­mund ei­nen Punkt

Rheinische Post Goch - - Sport - VON RO­BERT PETERS

DORT­MUND Das Spiel war ei­gent­lich zu En­de, die Nach­spiel­zeit schon ab­ge­lau­fen. Da ging der ein­ge­wech­sel­te An­to­nio da Sil­va ein paar Me­ter vor der Straf­raum­gren­ze im Kampf­ge­tüm­mel zu Bo­den. Schieds­rich­ter Wolf­gang Stark hat­te ein Foul ge­se­hen und ent­schied auf Frei­stoß. Da Sil­va leg­te sich den Ball zu­recht und zir­kel­te ihn mit ganz gro­ßem Ge­fühl im lin­ken Fuß in den Tor­gie­bel. Bo­rus­sia Dort­mund hat­te die Be­geg­nung mit der TSG Hof­fen­heim noch aus dem Feu­er ge­ris­sen, der Aus­gleich zum 1:1 war der ver­dien­te Lohn für gro­ßes En­ga­ge­ment und nie er­lah­men­de Lei­den­schaft. „Es ist rich­tig gut, wie die Mann­schaft bis zu­letzt um das Er­geb­nis kämpft“, sag­te BVBTrai­ner Jür­gen Klopp.

Sein Hof­fen­hei­mer Kol­le­ge Ralf Rang­nick war we­ni­ger be­geis­tert. Ähn­lich wie sei­ne Spie­ler hat­te er bei der spiel­ent­schei­den­den Sze­ne eher ei­ne Re­gel­wid­rig­keit von da Sil­va ge­se­hen. Und ge­nau wie sei­ne di­rek­ten Un­ter­ge­be­nen trug er die­se Mei­nung nach dem Ab­pfiff dem Schieds­rich­ter vor. „Er hat das falsch ent­schie­den, und das bringt uns um zwei Punk­te“, er­klär­te er. Ver­mut­lich hat er das Wolf­gang Stark nicht ganz so laut­stark mit­ge­teilt wie Se­jad Sa­li­ho­vic, der sich für sei­ne Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft noch beim Gang in die Ka­bi­ne sei­ne zwei­te Gel­be Kar­te, in der Sum­me al­so die Gelb-Ro­te Kar­te ein­han­del­te. Dem­ba Ba wur­de von den Kol­le­gen hand­fest dar­an ge­hin­dert, sich auf ein wei­te­res Streit­ge­spräch mit Stark ein­zu­las­sen.

Für Dis­kus­si­ons­stoff sorg­te der Un­par­tei­ische nicht nur bei den Gäs­ten. Auch das Dort­mun­der Pu­bli­kum hat­te mit ei­ni­ger Ver­wun­de­rung re­gis­trie­ren müs­sen, dass er ei­nen Foul­elf­me­ter für die Bo­rus­sia im ers­ten Durch­gang wie­der­ho­len ließ. Im ers­ten Ver­such hat­te Nu­ri Sa­hin ins Netz ge­trof­fen, den zwei- ten Ver­such ver­ei­tel­te Hof­fen­heims Tor­wart Tom Star­ke. Es wä­re der frü­he Aus­gleich ge­we­sen, nach­dem die Gäs­te im An­schluss an ei­nen äu­ßerst ge­rad­li­ni­gen Kon­ter über den links­au­ßen ver­tei­di­gen­den Luiz Gus­ta­vo in Füh­rung ge­gan­gen war. Dem­ba Ba muss­te nach ei­ner fla­chen Flan­ke nur noch den Fuß hin­hal­ten.

Das blieb für län­ge­re Zeit das letz­te Le­bens­zei­chen der Hof­fen­hei­mer Of­fen­siv­ab­tei­lung. Der Gast be­schränk­te sich dar­auf, den Dort­mun­dern im Mit­tel­feld sehr ge­schickt die Räu­me zu ver­stel­len und bau­te auf Kon­ter über Ba, der durch sei­ne Ball­fer­tig­keit ein stän­di­ger Ge­fah­ren­herd blieb, von der star­ken Dort­mun­der In­nen­ver­tei­di­gung aber meist gut kon­trol­liert wur­de.

Der BVB be­trieb bei sei­ner 84 Mi­nu­ten dau­ern­den Auf­hol­jagd den be­reits üb­li­chen ho­hen Lauf­auf­wand. Durch zahl­rei­che klei­ne tech­ni­sche Feh­ler im Auf­bau­spiel wur­den Klopps Dau­er­läu­fer zu­sätz­lich ge­zwun­gen, im­mer wie­der nach­zu­set­zen. Der Saft ging dem Dort­mun­der Mo­tor trotz­dem nicht aus. Ge­nau wie die Fans, die das Team un­er­müd­lich nach vorn trie­ben, wur­den die Gast­ge­ber trotz ei­ni­ger spie­le­ri­scher Schwä­chen ein­fach nicht rich­tig mü­de. „Wir ha­ben nicht so ge­spielt, wie wir uns das vor­ge­stellt ha­ben, aber die Mann­schaft hat un­heim­li­chen Druck auf­ge­baut“, ur­teil­te Klopp.

Dass sein Team nicht je­des sei­ner Pflicht­spiel­ter­mi­ne mit ei­nem der­ar­ti­gen Auf­wand ge­stal­ten kann, be­un­ru­hig­te den Dort­mun­der Fuß­ball­leh­rer zu­nächst mal nicht. Er hat­te ge­nug da­mit zu tun, sich über die er­freu­lich pro­fes­sio­nel­le Ein­stel­lung sei­ner Spie­ler zu freu­en. „Wir kön­nen mit die­sem Er­geb­nis gut le­ben“, sag­te er, „auch wenn wir im Lau­fe der Wo­che wahr­schein­lich noch fest­stel­len wer­den, dass es nur ein Punkt war.“ Ges­tern fühl­te es sich noch wie ein Sieg an.

FO­TO:DAPD

Prä­zi­si­ons­ar­beit: An­to­nio da (BVB) trifft kurz vor dem En­de.

Sil­va

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.