Fortu­na ist zu­rück in der Kri­se

Rheinische Post Goch - - Sport - VON AR­NE NEU­WERK

PA­DER­BORN Nach zwei Sie­gen in Fol­ge hat­te so man­cher im Um­feld des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten Fortu­na Düsseldorf schon ge­hofft, das Schlimms­te sei über­stan­den. Die Ab­stiegs­sor­gen, die sich nach den sechs Auf­takt­nie­der­la­gen tief ein­ge­gra­ben hat­ten, wa­ren zwar nicht ver­ges­sen, schie­nen aber dank des 3:2 in Os­na­brück und des 1:0 ge­gen Augs­burg doch stark ge­mil­dert. Ein Irr­glau­be: Seit ges­tern Nach­mit­tag, seit der 0:3-Nie­der­la­ge beim SC Pa­der­born, ist die Mann­schaft von Trai­ner Nor­bert Mei­er zu­rück in der Kri­se.

Ab­zu­se­hen war das nach 45 or­dent­li­chen Mi­nu­ten in der Pa­der­bor­ner Are­na kei­nes­wegs. Die Düs­sel­dor­fer be­stimm­ten in der An­fangs­pha­se ein­deu­tig das Ge­sche­hen, be­hiel­ten die Gast­ge­ber bis zum Halb­zeit­pfiff trotz de­ren Stei­ge­rung wei­ter im Griff. „Wir ha­ben ei­ne gu­te bis sehr gu­te ers­te Hälf­te ge­spielt“, ana­ly­sier­te Trai­ner Mei­er. „Lei­der aber ha­ben wir in die­ser Zeit den Grund­stein für den Sieg des SC Pa­der­born ge­legt.“

Schein­bar ein Wi­der­spruch – den­noch lag der Coach da­mit ab­so­lut rich­tig. „Wir wa­ren gut, aber wir ha­ben un­se­re Spiel­ho­heit nicht aus­ge­nutzt“, er­klär­te Mei­er wei­ter. „Wenn es so läuft, dann kippt ein Spiel schnell in ei­ne un­an­ge­neh­me Rich­tung.“

Kein Zu­fall, dass dies wie­der ein­mal im An­schluss an ei­ne Stan­dard­si­tua­ti­on ge­schah. Die ganz gro­ße Schwä­che der Düs­sel­dor­fer – ne­ben der un­zu­rei­chen­den Chan­cen­ver­wer­tung – of­fen­bar­te sich auch an der Pa­der: Nach ei­nem Eck­ball von Enis Alu­shi herrsch­te Ver­wir­rung in der Fortu­na-De­ckung, und die­se nutz­te SCP-In­nen­ver­tei­di­ger Flo­ri­an Mohr per Kopf zu sei­nem ers­ten Sai­son­tref­fer. Der am „lan­gen“ Pfos­ten pos­tier­te Jo­han­nes van den Bergh ver­such­te noch, den Ball von der Li­nie zu schla­gen, aber das Un­ter­fan­gen miss­lang.

Es war ein ver­gleichs­wei­se klei­nes (noch da­zu un­ver­schul­de­tes) Miss­ge­schick im Ge­gen­satz zu den Aus­set­zern, die sich in der Schluss­pha­se In­nen­ver­tei­di­ger Assani Lu­ki­mya-Mu­lon­go­ti leis­te­te. Der Na­tio­nal­spie­ler der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go, zu­letzt noch mit deut­lich an­stei­gen­der Form­kur­ve, be­rei­te­te mit zwei di­cken Feh­lern die Pa­der­bor­ner Tref­fer zwei und drei vor. Mit in­di­vi­du­el­len Schnit­zern mach­te sich Fortu­na al­so nicht zum ers­ten Mal in die­ser schwie­ri­gen Sai­son ei­ne lan­ge Zeit an­nehm­ba­re Leis­tung selbst ka­putt.

Trai­ner Mei­er such­te den Grund für die Nie­der­la­ge, die die Gäs­te nun wie­der ganz tief in den Ab­stiegs­kampf stür­zen ließ, den­noch eher in der Of­fen­si­ve – nicht ganz zu Un­recht. „Wir brau­chen ein­fach mehr Durch­schlags­kraft“, mein­te der 52-Jäh­ri­ge. „Es fehlt uns letzt­lich die Gier, ei­nen Tref­fer un­be­dingt ma­chen zu wol­len.“ Und da­bei half Fortu­na auch Zu­gang Sa­scha Rös­ler nach sei­ner Ein­wechs­lung kei­nen Schritt wei­ter.

FO­TO: DPA

Ent­täu­schung bei Fortu­nas Lan­ge­ne­ke (vorn) und van den Bergh.

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