Rück­schlag für Vet­tel

Der Hep­pen­hei­mer war bei der For­mel-1- Pre­mie­re in Süd­ko­rea auf Sieg­kurs. Dann platz­te sein Re­nault-Mo­tor, Statt die WM an­zu­füh­ren, ist er nun nur noch Vier­ter – 25 Punk­te hin­ter Yeong­am- Ge­win­ner Alonso.

Rheinische Post Goch - - Sport -

YEONG­AM (cze/sid) Das En­de kam oh­ne Vor­war­nung. „Es war ein plötz­li­cher Mo­tor­scha­den“, sag­te Red-Bull-Te­am­chef Chris­ti­an Hor­ner. „Aus­gangs von Kur­ve 17 ha­be ich die ei­ne Zy­lin­der­rei­he kom­plett ver­lo­ren. Zwei Kur­ven leg­te ich dann noch auf vier Zy­lin­dern zu­rück, doch die Po­wer war schon weg“, be­schrieb Sebastian Vet­tel die „grau­sa­men Mo­men­te“ (Hor­ner bei der For­mel-1-Pre­mie­re in Yeong­am (Süd­ko­rea).

Der Hep­pen­hei­mer war auf dem Weg an die Spit­ze der WM-Wer­tung, als er zehn Run­den vor Schluss bru­tal in die Rea­li­tät zu­rück­ge­holt wur­de, als sein Re­naul­tMo­tor den Geist auf­gab und er sich we­nig spä­ter so­gar noch als Feu­er­wehr­mann be­tä­tig­te, als er das bren­nen­de Ag­gre­gat lösch­te. Drei Ren­nen hat­te der Mo­tor hin­ter sich. Yeong­am soll­te sein letz­ter Ein­satz sein. „Nor­ma­ler­wei­se schafft ein Mo­tor rund 2000 Ki­lo­me­ter, die­ser hat­te rund 1600“, sag­te Hor­ner.

Nutz­nie­ßer des Red-Bull-Pechs (auch der Aus­tra­li­er Mark Web­ber kam nicht ins Ziel) wa­ren Fer­ra­riFah­rer Fer­nan­do Alonso (Spa­ni­en), der sich mit dem Sieg vor den bei­den letz­ten Sai­son­ren­nen auf Platz eins schob (231 Punk­te), und McLa­ren-Mer­ce­des-Pi­lot Le­wis Ha­mil­ton (En­g­land/210), der Zwei­te wur­de und sich hin­ter Web­ber (220), aber noch vor Vet­tel (206) in der Ge­samt­wer­tung auf Rang drei ver­bes­ser­te. Von ei­ner Vor­ent­schei­dung woll­te Alonso nichts wis­sen. „Es hat sich nichts ge­än­dert. Sebastian war ein biss­chen schnel­ler. Ich hat­te Glück, dass bei­de Red Bull aus­ge­schie­den sind“, sag­te der Cham­pi­on der Jah­re 2005 und 2006.

Am Sams­tag hat­te al­les nach ei­nem per­fek­ten Wo­che­n­en­de für die „Bul­len“ aus­ge­se­hen. Vet­tel und Web­ber hat­ten im letz­ten Mo­ment noch Alonso von der Po­le Po­si­ti­on ver­drängt. Doch im Ren­nen, dass we­gen Re­gens nach drei Run­den hin­ter dem Sa­fe­ty Car – war ges­tern ins­ge­samt 63 (!) Mi­nu­ten im Ein­satz – ab­ge­bro­chen und nach rund 50 Mi­nu­ten neu ge­star­tet wor­den war, blieb das Hap­py End aus.

Zwei Run­den, nach­dem der Saar­län­der Bernd May­län­der das Saf­tey Car von der Pis­te ge­lenkt hat­te, er­wisch­te es Web­ber. „Das war mein Feh­ler“, sag­te der als WM-Spit­zen­rei­ter ge­star­te­te Aus­tra­li­er. Als er – auf Platz zwei lie­gend – über ei­nen Rand­stein fuhr, ver­lor er die Kon­trol­le über das Au­to, knall­te in die Stre­cken­mau­er und roll­te zu­rück auf die Stre­cke. Mer­ce­des-Fah­rer Nico Ros­berg, der un­ter­wegs schien zu ei­nem per­fek­ten Grand Prix, konn­te nicht aus­wei­chen und knall­te in den Red Bull. Es war erst Web­bers zwei­ter Feh­ler in die­ser Sai­son, aber er könn­te schwer­wie­gen­de Fol­gen ha­ben.

Als das Ren­nen frei­ge­ben wur­de, wa­ren – so Web­ber – die Be­din­gun­gen okay, aber am Li­mit. An­ders vor dem Ab­bruch, als Alonso von den „schlimms­ten Be­din­gun­gen, die ich er­lebt ha­be“ sprach, und Vir­ginPi­lot Ti­mo Glock (Wer­sau) die Fah­re­rei als „Blind­flug“ be­schrieb.

Sebastian Vet­tel ver­such­te, Zu­ver­sicht zu ver­brei­ten. „Na­tür­lich ist die­ses Er­geb­nis sehr gra­vie­rend für die Si­tua­ti­on in der Meis­ter­schaft. Ich ha­be al­les rich­tig ge­macht und so­mit kei­nen Grund, die Ba­cken zu weit hän­gen und das Kinn zu weit sin­ken zu las­sen. Kopf hoch, wir ha­ben noch zwei Ren­nen.

Ja, aber nur noch zwei Ren­nen.

FO­TO: DPa

Re­gen­pau­se in Yeong­am: Das Sa­fe­ty Car führt das Feld der For­mel-1-Pi­lo­ten an mit Sebastian Vet­tel, Mark Web­ber und Fer­nan­do Alonso.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.