Bit­te­res Fi­na­le für Seitz

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman -

ROT­TER­DAM (fk) In der Halle wer­den ge­ra­de die Sie­ge­rin­nen des Fi­na­les am Stu­fen­bar­ren ge­ehrt, als Eli­sa­beth Seitz (16) tap­fer den Jour­na­lis­ten Re­de und Ant­wort steht. We­ni­ge Mi­nu­ten zu­vor hat sie wie ein Häuf­chen Elend auf ih­rem Platz ne­ben dem Po­di­um ge­ses­sen und trau­rig die Hän­de vor das Ge­sicht ge­hal­ten. Denn zwei­mal ist die Schü­le­rin von der TG Mannheim ge­stürzt. Da hat es sie noch schlim­mer er­wischt als die fa­vo­ri­sier­ten Chi­ne­sin­nen He Kex­in und Huang Qi­us­huang, die gleich zu Be­ginn des Wett­kampfs am Bo­den la­gen – je­weils nur ein­mal. Auch die „Auf geht’s, Eli“-Ru­fe von den Rän­gen konn­ten die ge­bür­ti­ge Hei­del­ber­ge­rin kaum trös­ten.

„Das ist wohl der wah­re Hor­ror­mo­ment für je­den Sport­ler“, sagt sie nun, und am En­de des Ge­sprächs lä­chelt sie schon wie­der. Aber es ist ver­mut­lich ein Lä­cheln aus Ver­le­gen­heit. Das Ein­zel­fi­na­le mit dem ach­ten und letz­ten Rang ist für sie ein bit­te­rer Ab­schluss der Ti- tel­kämp­fe, den­noch weiß Eli­sa­beth Seitz, dass sie Rot­ter­dam er­ho­be­nen Haup­tes ver­las­sen kann. Schließ­lich ha­ben die vier­ma­li­ge deut­sche Meis­te­rin die­ses Jah­res und die an­de­ren „Turn­kü­ken“ aus der Bun­des­re­pu­blik mit Rang 14 im Mann­schafts­wett­be­werb die Qua­li­fi­ka­ti­on für die WM 2011 in Tokio ge­schafft und zu­gleich die ers­te Hür­de auf dem Weg zu den Olym­pi­schen Spie­len 2012 in London ge­meis­tert, au­ßer­dem ist sie ins Mehr­kamp­fi­na­le ein­ge­zo­gen. „Da ha­be ich mich noch von Platz 17 auf Platz zwölf ver­bes­sert“, sagt sie.

„Wenn man das heu­te weg­nimmt“, fin­det die nur 1,60 Me­ter gro­ße und 50 Ki­lo­gramm schwe­re Ath­le­tin des­halb auch, „war es ei­ne su­per WM. Es war mei­ne zwei­te über­haupt und die ers­te mit der Mann­schaft. Bis jetzt wa­ren da ei­gent­lich im­mer nur Er­fol­ge.“ Sie ist schließ­lich die Senk­recht­star­te­rin im deut­schen Team. War sie zu ner­vös an dem Tag, der ihr ganz gro­ßer Tag wer­den soll­te? „Ei­gent­lich war ich bei der Qua­li­fi­ka­ti­on noch ein biss­chen ner­vö­ser“, sagt sie. In der Aus­schei­dung hat­te Eli­sa­beth Seitz Rang fünf be­legt. „Aber vi­el­leicht war ich dies­mal an­ders ner­vös, weil es auch et­was an­de­res ist, ob man ei­nen Vier­kampf oder ein Ein­zel­fi­na­le be­strei­tet.“ So jung, wie „Eli“ noch ist, wird sie da noch vie­le wich­ti­ge Er­fah­run­gen sam­meln, die ihr auf dem in­ter­na­tio­na­len Par­kett wei­ter­hel­fen wer­den.

FO­TO: REUTERS

Fehl­griff: Eli­sa­beth Stu­fen­bar­ren.

Seitz

stürzt vom

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