Ski Alpin: Re­bens­burg siegt vor Hölzl

Rheinische Post Goch - - Sport / Roman -

SÖL­DEN (sid) Ma­ria Riesch schun­kel­te in­mit­ten ih­res Fan­klubs glück­lich zur Blas­mu­sik - doch die Dop­pel-Olym­pia­sie­ge­rin stand aus­nahms­wei­se nicht im Mit­tel­punkt. Vik­to­ria Re­bens­burg und Kath­rin Hölzl brach­ten dem Deut­schen Ski­ver­band (DSV) in Söl­den beim Welt­cup-Auf­takt der Ski-Renn­läu­fe­rin­nen den ers­ten al­pi­nen Dop­pel­er­folg seit dem 2. Ja­nu­ar 1999, Riesch wur­de „nur“ Fünf­te. Vor zwölf Jah­ren hat­ten Hil­de Gerg und Ma­ri­na Ertl beim Su­per-G in Ma­ri­bor für den bis Söl­den letz­ten deut­schen Dop­pel­sieg ge­sorgt.

Re­bens­burg war schon ab­ge­reist, als das Wet­ter Fe­lix Neu­reu­ther und Fritz Dop­fer ges­tern ei­nen Strich durch die Rech­nung mach­te. Das Duo lag vor der Ab­sa­ge des Fi­nal­laufs auf den Rän­gen 18 und 28 und hat­te das bes­te Re­sul­tat für den DSV auf dem Ret­ten­bach­glet­scher seit der Pre­mie­re 1993 vor Au­gen – ehe der Ne­bel ih­nen und den Kon­kur­ren­ten die Sicht nahm.

„Wahn­sinn! Ich bin to­tal froh und er­leich­tert, dass ich be­wie­sen ha­be, dass Gold kei­ne Ein­tags­flie­ge war“, sag­te Rie­sen­sla­lom-Olym­pia­sie­ge­rin Re­bens­burg. Im Früh­jahr hat­te die 21-Jäh­ri­ge aus Kreuth am Te­gern­see in Whist­ler über­ra­schend Gold ge­won­nen, jetzt tilg­te sie ei­nen „Ma­kel“ aus ih­rer Vi­ta (im Welt­cup war sie bis Sams­tag noch nie Ers­te), wie sie mein­te - und be­scher­te dem neu­en Chef­trai­ner Tho­mas St­auf­fer ein Traum­de­büt. „Ich ha­be vor die­sem Ren­nen oft ge­hört, dass wir die Ge­jag­ten sind“, sag­te St­auf­fer, „und wir ha­ben be­wie­sen, dass wir, wenn sie uns denn ja­gen, stark ge­nug sind, um al­len da­von­zu­fah­ren.“ Die­se Be­weis­last hat­te vor al­lem Re­bens­burg ge­spürt, und sie hielt dem Druck stand. Im Fi­na­le fing sie Welt­meis­te­rin Hölzl, die nach dem ers­ten Lauf ge­führt hat­te, noch ab.

Hölzl hat­te im Vor­jahr die Dis­zi­plin­wer­tung ge­won­nen und ha­der­te ein we­nig mit ih­rem we­gen ei­ner rät­sel­haf­ten Mus­kel­er­kran­kung ver­korks­ten Som­mer. „Ich bin völ­lig ka­putt und fer­tig. Wenn die Vor­be­rei­tung bes­ser ge­we­sen wä­re, hät­te ich vi­el­leicht...“, sag­te Hölzl, be­en­de­te den Satz aber nicht. Schließ­lich war sie „froh, dass der Sieg im Team ge­blie­ben ist. Scha­de, dass die Ma­ria noch zu­rück­ge­fal­len ist, sonst wä­re es per­fekt ge­we­sen.“

Riesch lag nach dem ers­ten Lauf zeit­gleich mit Re­bens­burg auf Rang zwei. Für die Par­ten­kirch­ne­rin war es gleich­wohl das bes­te Re­sul­tat in Söl­den. Zu­dem ver­lor ih­re Haupt­ri­va­lin im Kampf um die Ge­samt­wer­tung, Lind­sey Vonn (USA), als 18. wert­vol­le Punk­te.

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