Ko­ali­ti­on streicht das El­tern­geld für Ver­mö­gen­de

Rheinische Post Goch - - Vorderseite - VON MICHAEL BRÖCKER

BERLIN Die Haus­halts­po­li­ti­ker von Uni­on und FDP ha­ben sich ges­tern dar­auf ge­ei­nigt, an Spitzenverdiener kein Er­zie­hungs­geld mehr aus­zu­zah­len. Das er­fuhr un­se­re Zei­tung aus Ko­ali­ti­ons­krei­sen.

Ein­kom­mens­be­zie­her, die die 2007 von der gro­ßen Ko­ali­ti­on ein­ge­führ­te „Rei­chen­steu­er“ zah­len, sol­len vom El­tern­geld aus­ge­nom­men wer­den. Ei­ne Än­de­rung des Spar­pa­kets wol­len die Frak­tio­nen von Uni­on und FDP heu­te be­schlie­ßen.

Im Früh­jahr hat­te die schwarz­gel­be Ko­ali­ti­on be­schlos­sen, dass Hartz-IV-Emp­fän­ger ab 2011 das El­tern­geld von mo­nat­lich 300 Eu­ro nicht mehr be­kom­men. Nun wol­len Uni­on und FDP auch bei den „Rei­chen“ kür­zen, um sich nicht den Vor­wurf der „so­zia­len Käl­te“ aus­zu­set­zen. Die Rei­chen­steu­er be­zeich­net den er­höh­ten Spit­zen- steu­er­satz von 45 Pro­zent (sonst 42 Pro­zent), der für Singles bei ei­nem Jah­res­ver­dienst von mehr als 250 000 Eu­ro (Ver­hei­ra­te­te 500 000 Eu­ro) fäl­lig wird. Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt be­trifft das 60 000 Men­schen in Deutsch­land.

Zu­vor hat­te sich die Ko­ali­ti­on dar­auf ge­ei­nigt, die ge­plan­ten Ra­bat­te für en­er­gie­in­ten­si­ve Un­ter­neh­men bei der Öko­steu­er durch ei­ne schritt­wei­se An­he­bung der Ta­bak­steu­er zu fi­nan­zie­ren. Im De­zem­ber soll Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) zu­dem ei­nen Ge­setz­ent­wurf zur Steu­er­ver­ein­fa­chung vor­le­gen. Bis zum Früh­jahr 2011 soll das Ge­setz ver­ab­schie­det wer­den, die Maß­nah­men rück­wir­kend zum 1.1. gel­ten. Die Fi­nanz­äm­ter sol­len künf­tig vor­aus­ge­füll­te Steu­er­er­klä­run­gen ver­schi­cken, die die Steu­er­zah­ler im ein­fachs­ten Fall nur un­ter­schrei­ben müss­ten.

Bei ein­fa­chen Steu­er­er­klä­run­gen reicht Un­ter­schrift

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.