Rat­lo­sig­keit an der Bahn­steig­kan­te

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Bahn­kun­den ha­ben es wahr­lich nicht leicht. Wenn sich die Ver­spä­tun­gen durch Herbst­laub auf den Schie­nen in Gren­zen hal­ten und we­der Hit­ze noch Käl­te Zü­ge lahm­le­gen, dann stel­len die Ge­werk­schaf­ten die Si­gna­le auf Halt. Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zun­gen ge­hen im­mer zu­las­ten der Kun­den. Aber Bahn-Pend­ler tref­fen Streiks be­son­ders hart, ih­re Aus­weich­mög­lich­kei­ten sind sehr be­grenzt. Stie­gen al­le aufs Au­to um, kä­me wohl kaum je­mand auch nur halb­wegs pünkt­lich zur Ar­beit.

War­um Hun­dert­tau­sen­de Pend­ler ver­geb­lich auf ih­ren Zug war­ten, wird den we­nigs­ten klar sein. Dass für die glei­che Ar­beit im re­gio­na­len Schie­nen­ver­kehr von vie­len Pri­vat­bah­nen nicht der glei­che Lohn wie bei der Deut­schen Bahn ge­zahlt wird, ist bis­lang nur Ein­ge­weih­ten be­kannt. Dass auch die Deut­sche Bahn be­streikt wird, wirkt un­ver­ständ­lich, ist aber er­klär­lich: Sie hat vor­sorg­lich Bil­lig­töch­ter ge­grün­det, um im Be­darfs­fall durch nied­ri­ge­re Löh­ne Wett­be­werb um Auf­trä­ge ge­win­nen zu kön­nen.

Die Bahn-Ge­werk­schaf­ten kämp­fen um die An­glei­chung der Ge­häl­ter. Sach­lich sind die Un­ter­schie­de nicht be­gründ­bar, von jetzt auf gleich las­sen sie sich aber wohl kaum ein­eb­nen. Bis zur nächs­ten Ver­hand­lungs­run­de am Frei­tag soll­ten bei­de Sei­ten noch ein­mal prü­fen, wie sie – kun­den­scho­nend – auf­ein­an­der zu­ge­hen kön­nen. BE­RICHT: STREIKS STÖ­REN BAHN­VER­KEHR, TI­TEL­SEI­TE

VON KLAUS PE­TER KÜHN

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