PERSÖNLICH

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Werner Schmidt (67), Ex-Chef der Bay­ernLB, droht ei­ne Scha­den­er­satz­kla­ge in Mil­lio­nen­hö­he. Nach ei­nem Gut­ach­ten hat sich der da­ma­li­ge Chef­ban­ker beim Kauf der ma­ro­den Bank Hy­po Al­pe Adria haft­bar ge­macht. Durch den Er­werb ent­stand der Bay­ernLB ein Scha­den von 3,7 Mil­li­ar­den Eu­ro. Der hemds­är­me­li­ge Schmidt trieb den Kauf en­er­gisch vor­an. Der Va­ter zwei­er er­wach­se­ner Söh­ne galt als Bank­di­rek­tor vom al­ten Schlag. Er kämpf­te sich nach oben. Re­al­schu­le, Bank­leh­re so­wie un­zäh­li­ge Lehr­gän­ge und Wei­ter­bil­dun­gen führ­ten ihn von der Spar­kas­se Bö­blin­gen an die Spit­ze der Bay­ernLB. Spie­le­rei­en lehn­te der Schwa­be ab. So soll er lan­ge sei­nen Vor­stands­kol­le­gen we­der Black­ber­rys noch Lap­tops ge­neh­migt ha­ben. Er ver­schick­te kei­ne E-Mails, hat­te nicht mal ei­nen ei­ge­nen Com­pu­ter im Bü­ro. Zu sei­nen Mit­ar­bei­tern wahr­te er au­to­kra­ti­sche Dis­tanz. So­lan­ge al­les rund lief, woll­te Schmidt nicht be­läs­tigt wer­den. Er er­war­te­te, dass sei­ne Un­ter­ge­be­nen al­les Not­wen­di­ge selbst auf den Weg brach­ten. Das war zu viel Ver­trau­en und wohl auch zu viel Druck. Die­ses Über­maß an Dis­tanz und Hier­ar­chie rächt sich jetzt. Bay­erns Re­gie­rung will, dass Schmidt persönlich ge­ra­de­steht. Das kann ihn sein Ver­mö­gen kos­ten, bis zum ei­ge­nen Haus.

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