NRW-FDP will rasch neu­en Chef

Rheinische Post Goch - - Politik - VON MICHAEL BRÖCKER UND DET­LEV HÜWEL

DÜSSELDORF/BERLIN Spät­fol­ge der ver­lo­re­nen Land­tags­wahl: CDU und FDP su­chen der­zeit ei­nen neu­en Vor­sit­zen­den. Wäh­rend die CDU ih­re 160000 Mit­glie­der be­fragt, kommt die­ses In­stru­ment für die Li­be­ra­len nicht in­fra­ge. Auf der Vor­stands­sit­zung in Düsseldorf hieß es ges­tern Abend, dass man ei­ne ra­sche Lö­sung brau­che; nie­mand wis­se, wie lan­ge sich Rot-Grün hal­ten kön­ne. Das mo­na­te­lan­ge Tau­zie­hen bei der CDU sei kein Vor­bild. Be­reits am 27. No­vem­ber soll die Füh­rungs­fra­ge auf ei­nem Par­tei­tag in Dort­mund ge­re­gelt wer­den.

Die bes­ten Chan­cen, die Nach­fol­ge von FDP-Lan­des­chef Andre­as Pink­wart an­zu­tre­ten, wer­den in Düsseldorf dem Müns­te­ra­ner Da­ni­el Bahr (33) und dem Köl­ner Alexander Graf Lambs­dorff (43), ei­nem Nef­fen des frü­he­ren Bun­des­mi­nis­ters Ot­to Graf Lambs­dorff, zu­ge­schrie­ben. Eben­so wie die bei­den kann sich aber auch die Düs­sel­dor­fe­rin Gi­se­la Piltz ei­ne Kan­di­da­tur vor­stel­len. Ent­schie­den ist noch nichts. Al­ler­dings gab sich ges­tern Abend kein wei­te­rer po­ten­zi­el­ler Kan­di­dat zu er­ken­nen. Land­tags­vi­ze­prä­si­den­tin An­ge­la Frei­muth, die zeit­wei­se im Ge­spräch war, mel­de­te sich da­zu nicht im Vor­stand.

In Ber­li­ner FDP-Krei­sen gilt Bahr als Fa­vo­rit. Er könn­te ein Ge­gen­ge­wicht zu dem rhei­ni­schen Frak­ti­ons­chef Gerhard Pap­ke und den im Bund füh­ren­den Rhein­län­dern, FDP-Chef Gui­do Wes­ter­wel­le (Bonn) und Ge­ne­ral­se­kre­tär Chris­ti­an Lind­ner (Wer­mels­kir­chen), bil­den. An­geb­lich wür­de Bahr den Pos­ten als Staats­se­kre­tär im Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um auf­ge­ben und als Ge­schäfts­füh­rer in die FDPBun­des­tags­frak­ti­on wech­seln. Die NRW-FDP kön­ne er aus der Frak­ti­on her­aus bes­ser füh­ren, heißt es. Ob der Volks­wirt bei ei­ner vor­ge­zo­ge­nen Land­tags­wahl auch als Spit­zen­kan­di­dat der NRW-FDP ins Ren­nen ge­hen wür­de, ist of­fen. Pap­ke, der ges­tern ei­ner ei­ge­nen Kan­di­da­tur ei­ne Ab­sa­ge er­teil­te, geht al­ler­dings da­von aus, dass der neue Lan­des­vor­sit­zen­de dann auch Spit­zen­kan­di­dat sein wird.

Der Rück­zug Pink­warts macht die Neu­be­set­zung des Vi­ze-Pos­tens in der Bun­des­par­tei not­wen­dig. Dies soll auf dem Bun­des­par­tei­tag im Mai 2011 er­fol­gen. Als wahr­schein­lich gilt, dass sich Jus­tiz­mi­nis­te­rin Sa­bi­ne Leu­theus­serSchnar­ren­ber­ger und der Chef der Hes­sen-FDP, Jörg-Uwe Hahn, in Stel­lung brin­gen. Auch Ge­sund­heits­mi­nis­ter Phil­ipp Rös­ler könn­te an die Par­tei­spit­ze auf­rü­cken. Er gilt als Wunsch­kan­di­dat von Wes­ter­wel­le. Die baye­ri­sche FDP-Vor­sit­zen­de Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger hat­te sich zu­letzt öf­fent­lich kri­tisch über Wes­ter­wel­le ge­äu­ßert und steht seit­her un­ter Ver­dacht, ei­nen Putsch ge­gen den an­ge­schla­ge­nen Par­tei­chef zu pla­nen. Der neue NRW-Lan­des­chef wird wohl nicht Vi­ze im Bund. NRW ist in der Spit­ze mit Wes­ter­wel­le und Lind­ner be­reits aus­rei­chend ver­tre­ten.

FO­TOS: AP/LAASER

Gel­ten als Kan­di­da­ten für den FDP-Lan­des­vor­sitz: Da­ni­el Bahr (l.) und Alexander Graf Lambs­dorff.

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