Mer­kel setzt sich im Streit um Koh­le-Aus­stieg durch

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON BIR­GIT MAR­SCHALL

BERLIN Im Ko­ali­ti­ons­streit um den Koh­le­aus­stieg zeich­net sich zwi­schen Uni­on und FDP ei­ne ge­mein­sa­me Li­nie ab: Die Bun­des­re­gie­rung wer­de auf EU-Ebe­ne für ei­nen Aus­stieg der St­ein­koh­leför­de­rung erst im Jahr 2018 ein­tre­ten, er­fuhr un­se­re Zei­tung aus Ko­ali­ti­ons­krei­sen. Um der EU-Kom­mis­si­on ent­ge­gen zu­kom­men, die den Aus­stieg be­reits im Jahr 2014 for­dert, wol­le sich Berlin ver­pflich­ten, die so ge­nann­te Re­vi­si­ons­klau­sel im St­ein­koh­le­ver­trag nicht an­zu­wen­den.

Die Klau­sel sieht vor, den fest­ge­leg­ten jähr­li­chen Ab­bau der Koh­le­sub­ven­tio­nen im Jahr 2012 noch­mals zu über­prü­fen. In­dem Berlin die Klau­sel jetzt für ob­so­let er­klärt, wird ei­ne theo­re­tisch mög­li­che För­de­rung über das Jahr 2018 hin­aus end­gül­tig aus­ge­schlos­sen.

Da­mit hat sich Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) in dem ko­ali­ti­ons­in­ter­nen Streit durch­ge­setzt. Für die FDP hat­te Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Rai­ner Brü­der­le er- klärt, er wer­de sich dem von der EU­ge­woll­ten Koh­le­aus­stieg be­reits 2014 nicht ent­ge­gen­stel­len. Im Som­mer hat­te die EU-Kom­mis­si­on über­ra­schend be­schlos­sen, die St­ein­koh­leför­de­rung in der EU be­reits 2014 – und nicht erst 2018, wie im deut­schen Aus­stiegs­ver­trag fest­ge­legt – aus­lau­fen zu las­sen. Dar­auf­hin hat­te Mer­kel ih­ren Wi­der­stand an­ge­kün­digt. Al­ler­dings muss Mer­kel nun al­le 27 EU-Staa­ten von der deut­schen Po­si­ti­on über­zeu­gen: Ein Be­schluss der EUKom­mis­si­on kann nur durch ein ein­stim­mi­ges Vo­tum im EU-Mi­nis­ter­rat auf­ge­ho­ben wer­den.

Ei­ne Spit­zen­run­de im Ber­li­ner Kanz­ler­amt, an der Mer­kel und Brü­der­le teil­neh­men, wird die ge­mein­sa­me Stra­te­gie heu­te be­schlie­ßen. Die FDP kann mit die­ser Li­nie of­fen­bar le­ben. „Po­li­tik muss ver­läss­lich blei­ben. Des­halb soll­ten wir an dem Aus­stiegs­zeit­punkt 2018 auch nicht rüt­teln“, sag­te der wirt­schafts­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, Paul Fried­hoff, un­se­rer Zei­tung.

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