No­witz­ki will end­lich den Ti­tel

Rheinische Post Goch - - Sport - VON ULI SCHEMBER

DÜSSELDORF (sid) In Pa­pier­form hat Dirk No­witz­ki die NBA-Tro­phäe seit Jah­ren im Spind, doch am En­de der Sai­son will der Star der Dal­las Ma­ve­ricks end­lich den ech­ten Po­kal in Hän­den hal­ten. Beim 13. An­lauf soll es für den deut­schen Bas­ket­ball-Ex­port in der nord­ame­ri­ka­ni­schen Pro­fi­li­ga mit dem Ti­tel­ge­winn klap­pen, und mit dem Meis­ter­ring am Fin­ger könn­te No­witz­ki zum ers­ten Mal ganz ent­spannt in der Ka­bi­ne auf sein Pos­ter bli­cken.

„Es geht wirk­lich nur noch um die­se Tro­phäe“, sag­te der 32-Jäh­ri­ge im In­ter­view mit dem „Ki­cker“ und ließ kei­nen Zwei­fel dar­an, was ihn an­treibt. Um vier Jah­re hat No­witz­ki sei­nen Ver­trag im Som­mer ver­län­gert, im fes­ten Glau­ben, mit den „Mavs“ vor dem Kar­rie­re­en­de doch noch sein er­sehn­tes Ziel er­rei­chen zu kön­nen.

Mit je­weils mehr als 50 Sie­gen in der re­gu­lä­ren Sai­son ge­hör­te Dal­las in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren im­mer zu den Top­teams, der gro­ße Wurf blieb den Texa­nern aber ver­wehrt. „Wir ha­ben kei­nen Ring – das ist das Ein­zi­ge, was noch fehlt und was zählt“, sagt No­witz­ki in dem Wis­sen, dass man sich für ei­ne se­hens­wer­te Sai­son­bi­lanz nichts kau­fen kann. Nach dem Fi­nal­ein­zug im Jahr 2006 schei­ter­ten No­witz­ki und Co. in den fol­gen­den vier Jah­ren drei­mal in der ers­ten Play-off-Run­de. In der Sai­son 2008/09 kam das Aus im Con­fe­rence-Halb­fi­na­le.

Da­mit es dies­mal mit dem Ti­tel klappt, ha­ben die Ma­ve­ricks er­neut am Ka­der ge­feilt. Erick Dam­pier wur­de ab­ge­ge­ben und durch Ty­son Chand­ler er­setzt, der sich mit Bren­dan Hay­wood die Cen­terpo­si­ti­on tei­len wird. Chand­ler, der Mit­te Sep­tem­ber in der Tür­kei mit den USA Welt­meis­ter wur­de, soll das Team vor al­lem durch sei­ne Re­bound­qua­li­tä­ten ver­bes­sern.

Ers­ter Ti­tel­an­wär­ter ist für No­witz­ki Meis­ter Los An­ge­les, auch wenn die Mia­mi Heat im Som­mer mäch­tig auf­ge­rüs­tet ha­ben. „Die La­kers sind de­fi­ni­tiv das Team, das es zu schla­gen gilt. Sie ha­ben vie­le gro­ße Leu­te und spie­len ei­ne groß­ar­ti­ge De­fen­se“, sag­te No­witz­ki, „da­hin­ter ist al­les eng bei­sam­men.“

Wenn Dal­las mor­gen im hei­mi­schen Ame­ri­can Air­lines Cen­ter ge­gen die Char­lot­te Bob­cats zum ers­ten Mal das Par­kett be­tritt, ist das ers­te High­light der Sai­son schon vor­bei. Re­kord­meis­ter Bos­ton Cel­tics for­dert heu­te im Auf­takt­spiel das neu zu­sam­men­ge­stell­te Star­ensem­ble aus Mia­mi. Ih­rem Su­per­star Dwya­ne Wa­de stell­ten die Heat in LeBron Ja­mes (Cleve­land) und Chris Bosh (To­ron­to) zwei wei­te­re Hoch­ka­rä­ter an die Sei­te, die Mia­mi zum zwei­ten Tri­umph nach 2006 ver­hel­fen sol­len. Nichts an­de­res als den Ti­tel for­dert das Um­feld von den Heat, de­ren Beu­te­zug bei der Kon­kur­renz nicht gut an­ge­kom­men ist. Die neue NBA-Groß­macht muss sich in frem­den Hal­len auf ei­ne feind­se­li­ge Stim­mung ein­stel­len. Ei­nen Vor­ge­schmack er­hielt Mia­mi in der Pre-Sea­son. Auf Rei­sen muss­te das Team bei den Test­spie­len re­gel­mä­ßig gel­len­de Pfif­fe über sich er­ge­hen las­sen.

FO­TO: AP

In Würzburg ge­bo­ren, in Dal­las der Su­per­star: Dirk No­witz­ki.

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