Schu­ma­cher über Vet­tel: „Ich bin mit ihm trau­rig“

Rheinische Post Goch - - Sport -

YEONG­AM/DÜSSELDORF (sid) Sym­pa­thi­en ge­won­nen, den Ti­tel aber fast si­cher ver­lo­ren: Die For­mel 1 fühlt mit Sebastian Vet­tel. Fans, Me­di­en und so­gar Kon­kur­ren­ten ha­ben Mit­leid mit dem jun­gen Deut­schen, der schon ei­ne Hand am WM-Po­kal hat­te und nach dem un­ver­schul­de­ten Aus­fall in Süd­ko­rea nun na­he­zu chan­cen­los ist. „Vet­tel wird von sei­nem Mo­tor, Web­ber von sei­nen Ner­ven ver­ra­ten“, schrieb „Cor­rie­re del­lo Sport“ und hul­dig­te vol­ler Re­spekt dem la­chen­den Drit­ten im Bru­der­kampf der Ro­ten Bul­len: „Fer­ra­ri an der Spit­ze der Welt. Fer­nan­do Alonso war der ro­te Hai im Re­gen­tanz“.

„Red Bulls Zu­sam­men­bruch! Vet­tel hat sich als Cha­ot er­wie­sen, mehr, als es sein ju­gend­li­ches Al­ter zu­las­sen soll­te“, schrieb die ita­lie­ni­sche Zei­tung „La Stam­pa“ und be­schei­nig­te Vet­tel und dem nach ei­nem selbst ver­schul­de­ten Dre­her früh aus­ge­schie­de­nen Mark Web­ber „Un­er­fah­ren­heit, Angst vor dem Sieg“. Die „Gaz­zet­ta del­lo Sport“ brach­te noch ganz an­de­re Mäch­te ins Spiel: „Ei­ne ok­kul­te Hand hat zu­erst Web­ber und dann Vet­tel den K. o. ver­setzt.“

Vor al­lem der Re­kord­welt­meis­ter litt mit sei­nem jun­gen Lands­mann. „Ich bin mit ihm trau­rig“, sag­te Michael Schu­ma­cher, der für sei­ne Leis­tung in wid­rigs­ten äu­ße­ren Ver­hält­nis­sen aus­nahms­wei­se so­gar von den bri­ti­schen Zei­tun­gen ge­lobt wur­de: „Wäh­rend die meis­ten Fah­rer im Re­gen das Ge­sicht ver­zo­gen, setz­te Michael Schu­ma­cher ein Lä­cheln auf und mach­te sich an die Ar­beit. Der al­te Re­gen­meis­ter war zu­rück“, schrieb die „Ti­mes“. Schu­ma­cher war nicht der Ein­zi­ge, der mit Vet­tel fühl­te. Aus­ge­rech­net mit sei­nem Aus­schei­den im chao­ti­schen Pre­mie­renren­nen in Süd­ko­rea ge­wann der bei­lei­be nicht un­um­strit­te­ne Hep­pen­hei­mer erst­mals in die­sem Jahr vie­le Sym­pa­thi­en. Auch des­halb, weil er nicht die Chan­ce nutz­te, nach sei­nem Mo­tor­scha­den ei­ne Sa­fe­ty-CarPha­se zu er­zwin­gen, um den Sieg des neu­en WM-Spit­zen­rei­ters Fer­nan­do Alonso noch zu ge­fähr­den.

„Ich ha­be so­fort dar­an ge­dacht“, gab Vet­tel an­schlie­ßend zu: „Aber was bringt das? Da muss man auch Sports­mann sein. Manch­mal muss man na­tür­lich auch Dreck­sau sein, aber nicht so sehr.“

For­mel 1: Ita­li­en fei­ert

Fer­ra­ri und Spit­zen­rei­ter Alonso

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