Auch mal eben

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post -

Da will ich mei­ner Freun­din et­was ganz Spe­zi­el­les er­zäh­len, le­ge los und hö­re Ge­brab­bel, das sich stei­gert, um in ein Quä­ken und am En­de in ein Rie­sen­ge­brüll an­zu­schwel­len. „War­te mal bit­te“, sagt mei­ne Freun­din, „Ne­le will auch mal eben.“ Ich hö­re nichts. „Hal­lo Ne­le, wie geht es Dir?“ fra­ge ich, „Was machst Du denn Schö­nes?“ Nichts, al­les still. „Daaa“, ver­neh­me ich lei­se. „Da – Au­to.“ „Schön“, sa­ge ich. „Du spielst mit Dei­nem Au­to.“ Nichts. „Hal­lo Ne­le?,“ fra­ge ich.

Da hö­re ich mei­ne Freun­din, die sagt, dass Ne­le mir ih­re Pup­pe durchs Te­le­fon zei­gen möch­te. „Schö­ne Pup­pe“, sa­ge ich , als wä­re ich be­geis­tert, bin aber ge­nervt. Denn in­zwi­schen weiß ich nicht mehr, was ich er­zäh­len will. Nach zehn Mi­nu­ten Ne­le ver­ab­schie­den wir uns und mei­ne Freun­din ver­spricht, sich am Abend zu mel­den. Dann ru­fe ich mei­ne Schwie­ger­toch­ter an und freue mich, als sie sagt: „ War­te mal, Ro­my möch­te auch mal eben.“ Und ich hö­re nix. Dann ein „Daaa“.

Nein, wie süß!

KARIN KOSTER

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