Tre­sor­kna­cker oder Ge­hil­fen?

Sie­ben Ita­lie­ner hat­ten vor acht Mo­na­ten ver­sucht, den Geld­au­to­ma­ten der Volks­bank in Kra­nen­burg auf­zu­he­beln. Vier von ih­nen wur­den bei der Tat ge­fasst, die an­de­ren flüch­te­ten. Ges­tern wur­de am Kle­ver Land­ge­richt ver­han­delt.

Rheinische Post Goch - - Goch / Uedem -

KLE­VE Es war ei­ne kal­te Fe­bru­ar­nacht, in der sie­ben Ita­lie­ner mit ei­nem Peu­geot, ei­nem Ci­tro­en und ei­nem Au­di S 6 am Kra­nen­bur­ger Marktplatz vor­fuh­ren. Ihr Ziel: der Geld­au­to­mat der Ge­schäfts­stel­le der Volks­bank Kle­ver­land. Und es war Kom­mis­sar Zu­fall, der den Gau­nern ei­nen Strich durch die Rech­nung mach­te. Ein Po­li­zei­be­am­ter, der um 5.53 Uhr mit sei­nem Pri­vat­wa­gen an der Volks­bank vor­bei fuhr und sich über die An­samm­lung der Au­tos mit ita­lie­ni­schem Kenn­zei­chen wun­der­te, alar­mier­te sei­ne dienst­ha­ben­den Kol­le­gen. Die­se rück­ten un­ver­züg­lich aus und er­tapp­ten die Ita­lie­ner da­bei, wie sie sich an der glä­ser­nen Trenn­wand zwi­schen dem Selbst­be­die­nungs-und dem Kas­sen­be­reich zu schaf­fen mach­ten. Nach ei­ner kur­zen Ver­fol­gungs­jagd wur­den zwei Wa­gen mit vier Ita­lie­nern dar­in ge­stoppt. Der zu­vor in Ber­gisch-Glad­bach ge­stoh­le­ne Au­di S 6 (je nach Ver­si­on 230 bis 435 PS, von 0 auf 100 in 5,2 Se­kun­den) war aber of­fen­sicht­lich zu schnell für die Ver­fol­ger. Der Sport­wa­gen fuhr da­von, sei­ne drei In­sas­sen ent­ka­men.

Das Quar­tett, das in Kra­nen­burg fest­ge­nom­men wor­den war, muss­te weil sie da­von aus­ging, dass die An­ge­klag­ten le­dig­lich als be­zahl­te Hilfs­kräf­te hin­zu­ge­zo­gen wur­den, um je­weils, mit Funk­ge­rä­ten aus­ge­rüs­tet, Schmie­re zu ste­hen. Dann je­doch er­öff­ne­te die 2. Straf­kam­mer das Ver­fah­ren we­gen ge­mein­schaft­li­chen Dieb­stahls be­zie­hungs­wei­se Dieb­stahl­ver­suchs.

Am ers­ten Ver­hand­lungs­tag mach­ten zwei An­ge­klag­te le­dig­lich An­ga­ben zur Per­son. Die an­de­ren bei­den lie­ßen ih­re Ver­tei­di­ger ei­ne Er­klä­rung zur Tat ver­le­sen. Dar­in räum­ten sie ein, zwar ge­wusst zu ha­ben, dass Geld­au­to­ma­ten auf­ge­bro­chen wer­den soll­ten. Doch sei es ih­re Auf­ga­be ge­we­sen, Schmie­re zu ste­hen, nicht aber, ei­nen Tre­sor zu kna­cken. Sie hät­ten noch nicht ein­mal ge­wusst, ob sie für ih­re Bei­hil­fe ent­lohnt wer­den wür­den. Der Pro­zess wird fort­ge­setzt. In­ter­net Mehr un­ter www.rp-on­line.de/kle­ve

RP-ARCHIVFOTO: KLAUS-DIE­TER STADE

Blick auf den Tat­ort: die Volks­bank-Ge­schäfts­stel­le auf dem Kra­nen­bur­ger Marktplatz im Schat­ten der Kir­che. Dort hat­ten sie­ben Ita­lie­ner ver­sucht, den Geld­au­to­ma­ten auf­zu­bre­chen. Das Vor­ha­ben schlug fehl. Vier Tä­ter wur­den ver­haf­tet.

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