Ein „himm­li­scher Hö­he­punkt“

Rheinische Post Goch - - Lokale Kultur -

KLE­VE (RP) Zu Recht steht die Li­bret­to­zei­le „Abo­ve all hea­vens“ als Ti­tel über dem Ora­to­ri­en-Pro­jekt, denn die Auf­füh­rung von Hän­dels „Saul“ in der Kle­ver Kon­zert­rei­he am Sonn­tag, 31. Ok­to­ber, 20 Uhr, in der Kle­ver Stadt­hal­le ver­spricht ein „himm­li­scher Hö­he­punkt“ der Mu­ziek­bi­en­na­le Nie­der­rhein zu wer­den.

Nam­haf­te So­lis­ten

Vor rund zwei­ein­halb Jah­ren be­gann die Ar­beit an die­sem be­son­ders auf­wän­di­gen Kon­zert­pro­jekt, ei­nem lang­ge­heg­ten Wunsch von Kan­tor Tho­mas Te­sche, dem „der ‚Saul’ von Hän­del schon lan­ge im Kopf her­um­spuk­te“. Un­ter sei­ner Lei­tung wir­ken nun ne­ben dem ex­zel­len­ten Vo­kal­ensem­ble der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Kle­ve das nie­der­län­di­sche Orches­ter Flo­ri­le­gi­um Mu­si­cum aus Nim­we­gen so­wie ei­ne Rei­he nam­haf­ter So­lis­ten mit: die Bas­sis­ten Tho­mas Pe­ter (Saul) und Ste­fan Burs (un­ter an­de­rem Sa­mu­el), als be­son­de­rer Gast der Coun­ter­te­nor Kai Wes­sel (Da­vid), die Te­nö­re Frank Frit­s­chy (Jo­na­than) und Tho­mas Weiss (Ho­he­pries­ter). Au­ßer­dem sind die So­pra­nis­tin­nen Mir­jam Har­den­berg (Michal) und Bar­ba­ra van den Boom (Mer­ab) zu hö­ren.

Das grenz­über­schrei­ten­de Kon­zert­pro­jekt be­en­det die dies­jäh­ri­ge Mu­ziek­bi­en­na­le Nie­der­rhein zum The­ma „Le­gen­den“ und wur­de in­ner­halb die­ses Fes­ti­vals über­haupt erst mög­lich ge­macht durch die groß­zü­gi­ge För­de­rung vom Land Nord­rhein-West­fa­len und von der Spar­kas­sen­kul­tur­stif­tung Rhein­land.

Aus fi­nan­zi­el­ler Not als Opern­un­ter­neh­mer wand­te sich Hän­del mit der Ar­beit an „Saul“ er­neut dem eng­lisch­spra­chi­gen Ora­to­ri­um zu. Bei­spiel­los ist in sei­ner Ver­to­nung des bi­bli­schen Stof­fes aus dem 1. und 2. Buch Sa­mu­el die Sym­bio­se von eng­li­scher Li­te­ra­tur, tra­di­tio­nel­lem Dra­ma, ge­sell­schaft­li­chen Idea­len und der Kraft der Mu­sik. Ita­lie­ni­sche Opern­spra­che, rei­ne In­stru­men­tal­mu­sik und ei­ne ori­gi­nel­le In­stru­men­tie­rung ver­schmel­zen zu ei­ner ein­ma­li­gen Ver­bin­dung von Oper, Kir­che und Kon­zert. In der Schil­de­rung der Cha­rak­te­re, in groß­an­ge­leg­ten Chö­ren und in sei­nen mo­ra­li­schen Struk­tu­ren ist „Saul“ dra­ma­tur­gisch und at­mo­sphä­risch ein Meis­ter­werk.

Drei St­un­den

Um 19 Uhr gibt Hans Linn­artz ei­ne Ein­füh­rung. Die ge­sam­te Ora­to­ri­en-Auf­füh­rung dau­ert et­wa drei St­un­den in­klu­si­ve Pau­se. Da die neue Ein­gangs­hal­le an der Stadt­hal­le noch nicht fer­tig­ge­stellt ist, wird das Pu­bli­kum wei­ter­hin ge­be­ten den seit­li­chen Zu­gang an der Loh­stät­te (ne­ben Re­stau­rant) zu be­nut­zen. Info Kon­zert­kar­ten (15, er­mä­ßigt 7,50 Eu­ro) gibt es beim Bür­ger­bü­ro der Stadt Kle­ve (Tel. 02821 84600), beim Fach­be­reich Kul­tur im Kle­ver Rat­haus (Tel. 02821 84-254) und an der Abend­kas­se (Tel. 02821 970712).

FO­TO: PRI­VAT

Kommt aus Nim­we­gen: Das Orches­ter Flo­ri­le­gi­um Mu­si­cum.

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