Zum Schmun­zeln: Sze­nen des Emp­fangs

Rheinische Post Goch - - Der Festakt - VON PHIL­IPP HOL­STEIN

Zwei Her­ren am Steh­tisch. Ei­ner von ih­nen er­kennt ei­ne Be­kann­te. „Ach, guck mal! Das ist ja...“, ruft er. Die An­ge­spro­che­ne kommt her­über. Das Jazz-Quar­tett be­ginnt in die­sem Au­gen­blick den Ever­green „Girl From Ipa­ne­ma“. Sagt der Mann: „Sie spie­len dein Lied.“ Al­bert Eick­hoff, In­ha­ber des gleich­na­mi­gen Mo­de­ge­schäfts an der Kö, sitzt auf ei­nem Bar­ho­cker. Der rech­te Fuß ruht auf dem Bo­den, den lin­ken stützt Eick­hoff auf das Fuß­stück des Ho­ckers. Die lin­ke Hand steckt in der Ho­sen­ta­sche, die Fin­ger der rech­ten Hand hat er auf den Mund ge­legt. Er trägt ein wei­ßes Ein­steck­tuch. Ein Herr hin­ter ihm weist sei­nen Ne­ben­mann auf Eick­hoff hin. Er sagt: „Das ist Stil.“ Der An­ge­spro­che­ne nickt. Zwei Da­men sit­zen ne­ben­ein­an­der. Sie be­ob­ach­ten, wie Mo­de­ra­to­rin An­ge­la Ju­lie Wa­den­pohl auf die Büh­ne steigt. Da­me eins: „Die trägt Schu­he mit ro­ter Soh­le. Wie nennt man die noch?“ Da­me zwei: „Lou­bou­tin.“ Da­me eins: „Hast du sol­che auch?“ Da­me zwei: „Kann ich nicht drauf lau­fen.“ Da­me eins: „Ich auch nicht.“ Bei­de la­chen. Düs­sel­dorfs OB Dirk El­bers zitiert Mi­cro­soft-Grün­der Bill Ga­tes, der pro­phe­zeit hat­te, im Jahr 2000 ge­be es kei­ne Zei­tun­gen mehr. Als das Ge­läch­ter über Ga­tes im Au­di­to­ri­um ver­hallt ist, sagt ein Herr zum Ne­ben­mann: „Und so ei­ner ist Mil­li­ar­där ge­wor­den. Mul­ti­mil­li­ar­där!“ Die meist­ge­hör­ten Sät­ze am Zelt­ein­gang: „Ja, lief rich­tig gut.“ – „Da kann man si­cher was ma­chen.“ – „Ha­ben Sie ei­ne Vi­si­ten­kar­te?“ Die meist­ge­hör­ten Sät­ze in der Zelt­mit­te: „Komm, wir ge­hen mal rü­ber.“ – „Du siehst aber gut aus.“ – „Möch­test Du auch was trin­ken?“ Die meist­ge­hör­ten Sät­ze vor der Büh­ne: „Das ist mal ei­ne Art, den Vor­mit­tag zu ver­brin­gen.“ – „Neh­men wir noch ei­nen?“ – „Ja.“ Die Ko­mi­ke­rin Ma­rie aus Paris be­tritt die An­ten­ne-Düsseldorf-Büh­ne. „So sieht die aus?“, ruft ein Herr. „So gut!“, er­gänzt ein an­de­rer. Bei­de ap­plau­die­ren hef­tig. Män­ner, die sich freu­en, ein­an­der wie­der­zu­be­geg­nen, le­gen die Hand auf den Ober­arm des an­de­ren und sa­gen: „Grüß dich.“ Frau­en ge­hen in der­sel­ben Si­tua­ti­on leicht in die Knie und sa­gen: „Mensch!“ Es läuft der Film, der den Gäs­ten die Di­men­sio­nen der Cor­ti­na vor Au­gen führt. An ei­nem Tisch ste­hen zwei Paa­re. Die Her­ren schau­en auf die Lein­wand. „Wahn­sinn!“, sagt der ei­ne. „Wun­der der Tech­nik“, der an­de­re. Die Da­men ha­ben Ta­schen­spie­gel her­aus­ge­holt und zie­hen ih­ren Lip­pen­stift nach. Ein Herr sitzt in ei­nem Lounge-Ses­sel. Das Jazz-Quar­tett spielt „Rou­te 66“. Der Herr trom­melt den Takt ge­gen die Sei­ten des Mö­bels und singt wäh­rend des Gi­tar­ren­so­los vor sich hin: „From Chi­ca­go to L. A. . . .“ Zwei Her­ren schrei­ten durchs Zelt. Sie tref­fen Be­kann­te, die Grup­pe tru­delt von Tisch zu Tisch, trifft neue Leu­te, wird im­mer grö­ßer. Als die Mo­de­ra­to­rin auf­tritt, ste­hen al­le an ei­nem Tisch mit bes­tem Blick auf die Büh­ne. „Su­per Platz“, sagt ei­ner. Ein an­de­rer sagt: „Das nennt man Schwarm-In­tel­li­genz.“

Cen­ter-TV-Mo­de­ra­to­rin An­ge­la Ju­lie Wa­den­pohl führ­te char­mant durch das Pro­gramm des Vor­mit­tags.

Clau­dia, Man­fred, Karin Bor­ne­mey­er vom gleich­na­mi­gen Tex­til­haus mit Marc Schü­mann (RP-An­zei­gen­lei­tung).

Bür­ger­meis­te­rin Gudrun Hock, Po­li­zei­prä­si­dent Her­bert Schen­kel­berg und Ex-Ve­ne­tia Bar­ba­ra Oxen­fort (v.l.).

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