Län­der zah­len für Lohn­ver­spre­chen

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Die schwarz-gel­be Re­gie­rung müss­te Rai­ner Wendt ei­gent­lich dan­ken. Schließ­lich setzt sich der Be­am­ten­funk­tio­när ja nur für das ein, was Spit­zen­ver­tre­ter von FDP und Uni­on in den ver­gan­ge­nen Ta­gen so ve­he­ment ge­for­dert ha­ben: Er macht sich für ein deut­li­ches Lohn­plus bei den Be­schäf­tig­ten sei­ner Bran­che stark. Doch Wor­te des Dan­kes wird Wendt für sei­ne Sie­ben-Pro­zent-For­de­rung von Schwarz-Gelb wohl nicht zu hö­ren be­kom­men. Denn we­der Bun­des­kanz­le­rin, Uni­ons­frak­ti­ons­chef, Wirt­schafts­mi­nis­ter noch Au­ßen­mi­nis­ter dürf­ten an den öf­fent­li­chen Di­enst ge­dacht ha­ben, als sie sich voll­mun­dig in ei­nen Be­reich ein­misch­ten, in dem sie über­haupt nichts ver­lo­ren ha­ben: in die Ta­rif­ver­hand­lun­gen.

Die Rech­nung da­für be­zah­len nun die Bun­des­län­der, die we­gen ih­rer de­so­la­ten Haus­halts­la­ge und der ge­setz­lich ver­an­ker­ten Schul­den­brem­se über­haupt nichts zu ver­tei­len ha­ben. Im Ge­gen­teil: Bre­men, Berlin, Schles­wig-Hol­stein und das Saar­land sind mitt­ler­wei­le so­gar so klamm, dass ih­re Haus­halts­aus­ga­ben vom Sta­bi­li­täts­rat kon­trol­liert wer­den. Mit der von der Bun­des­po­li­tik los­ge­tre­te­nen Lohn-Eu­pho­rie im Rü­cken ha­ben die Ge­werk­schaf­ten DBB und Ver­di aus­ge­rech­net von Staats­ver­tre­tern ar­gu­men­ta­ti­ve Mu­ni­ti­on für die nun be­gin­nen­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen mit dem Staat be­kom­men. BE­RICHT: BE­AM­TE WOL­LEN SIE­BEN. . . , TI­TEL­SEI­TE

VON MAXIMILIAN PLÜCK

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