Ko­ali­ti­on will Berg­bau bis 2018 för­dern

Of­fi­zi­ell ei­nig­ten sich Kanz­le­rin und Wirt­schafts­mi­nis­ter, ge­mein­sam in Brüssel zu kämp­fen und als Zei­chen gu­ten Wil­lens die Re­vi­si­ons­klau­sel zu kip­pen. Tat­säch­lich ar­bei­tet die Re­gie­rung aber an ei­nem Plan B, weil sie kaum Chan­cen hat, die EU-Plä­ne für e

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON ANTJE HÖNING, BIR­GIT MAR­SCHALL UND THO­MAS REISENER

BERLIN Die Bun­des­re­gie­rung will nun doch ge­mein­sam ge­gen die Plä­ne der EU-Kom­mis­si­on kämp­fen, die die St­ein­koh­le-För­de­rung be­reits nach dem Jahr 2014 ver­bie­ten will. Be­reits am Sonn­tag­abend hat­ten sich Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU), Wirt­schafts­mi­nis­ter Rai­ner Brü­der­le (FDP) und an­de­re Ko­ali­ti­ons-Po­li­ti­ker dar­auf ge­ei­nigt, am Aus­stiegs­ter­min 2018 fest­zu­hal­ten, nach­dem sich Brü­der­le zu­vor für 2014 aus­ge­spro­chen hat­te. Die­se Li­nie wer­de von den Frak­tio­nen mit­ge­tra­gen, hieß es ges­tern nach Sit­zun­gen der Frak­tio­nen von Uni­on und FDP.

Die RAG-Stif­tung, der die deut­schen Ze­chen ge­hö­ren, be­grüß­te die Ei­ni­gung. „Mit dem kon­zen­trier­ten Ein­satz der Bun­des­re­gie­rung für 2018 soll­te es ge­lin­gen, die Kom­mis­si­on da­von zu über­zeu­gen, dass 2014 zu früh ist“, sag­te ein Spre­cher der RAG-Stif­tung.

Das al­les ist die of­fi­zi­el­le Li­nie. Tat­säch­lich rich­tet sich die Bun­des­re­gie­rung dar­auf ein, dass sie das Ze­chen-Aus 2014 nicht wird ver­hin­dern kön­nen, wie aus Re­gie­rungs­krei­sen ver­lau­tet. Denn sie hat kaum Aus­sicht, im EU-Mi­nis­ter­rat im De­zem­ber ei­ne Mehr­heit ge­gen den Vor­schlag der EU-Kom­mis­si­on zu­sam­men­zu­be­kom­men. Da­her ar­bei­tet die Re­gie­rung nun of­fen­bar an ei­nem Plan B, wie es heißt, um we­nigs­tens das Ver­spre­chen ein­lö­sen zu kön­nen, dass kein Berg­mann ins Berg­freie fällt. Da­nach soll mit staat­li­chen Mit­teln ein So­zi­al­plan fi­nan­ziert wer­den, der die 6800 Berg­leu­te auf­fängt, de­nen we­gen des früh­zei­ti­gen För­der-Stopps ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung droht.

Da­mit am En­de die EU und nicht die Bun­des­re­gie­rung als To­ten­grä­ber des Berg­baus da­steht, will die Ko­ali­ti­on nun aber erst­mals in Brüssel ge­mein­sam für 2018 kämp­fen. Da­bei folgt sie dem Rat von EUE­ner­gie­kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger (CDU), als Zei­chen gu­ten Wil­lens die Re­vi­si­ons­klau­sel zu op­fern. Die­se Klau­sel im St­ein­koh­leFi­nan­zie­rungs-Ge­setz sieht vor, dass im Jahr 2012 der Aus­stiegs­ter­min 2018 noch ein­mal über­prüft wird. Sie ist der EU seit lan­gem ein Dorn im Au­ge, fürch­tet sie doch, dass Deutsch­land am En­de den Berg­bau so­gar über das Jahr 2018 hin­aus sub­ven­tio­nie­ren will. Die Bun­des­re­gie­rung will nun die Über­prü­fung vor­zie­hen und jetzt schon durch­füh­ren, Das wird an­ge­sichts der herr­schen­den Welt­markt­prei­se zum Er­geb­nis füh­ren, dass die deut­sche St­ein­koh­le nicht wett­be­werbs­fä­hig ist.

„Es ist gut, dass die Re­vi­si­ons­klau­sel fal­len­ge­las­sen wird. So gibt es end­lich die Si­cher­heit, dass die rung im Jahr 2012 noch ein­mal zu über­prü­fen“, sag­te Eis­kirch ges­tern. An­ge­sichts der dra­ma­tisch stei­gen­den Ener­gie­kos­ten sei es schließ­lich durch­aus mög­lich, dass selbst deut­sche St­ein­koh­le nach 2018 pro­fi­ta­bel wird. Au­ßer­dem sei die hei­mi­sche St­ein­koh­le ein Bei­trag zur Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Eis­kirch: „An­statt mit ih­rem neu­en Ko­ali­ti­ons­part­ner FDP be­ste­hen­de Zu­sa­gen an die Kum­pel in NRW auf­zu­wei­chen, soll­te die Kanz­le­rin lie­ber da­für Sor­ge tra­gen, dass die Be­schlüs­se des Deut­schen Bun­des­ta­ges nicht an Brüssel schei­tern.“

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