Aus­bil­dungs­pakt wird ver­län­gert – DGB kri­tisch

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft -

BERLIN (cnm) Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Rai­ner Brü­der­le (FDP) und Ver­tre­ter der Wirt­schaft ha­ben ges­tern ei­ne Neu­auf­la­ge des Aus­bil­dungs­pakts un­ter­zeich­net. Da­mit ver­pflich­tet sich die Wirt­schaft un­ter an­de­rem da­zu, bis 2014 pro Jahr durch­schnitt­lich 60 000 neue Aus­bil­dungs­plät­ze zu schaf­fen. Al­ler­dings nur dann, wenn der Be­darf da­nach auch tat­säch­lich vor­han­den ist. Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) hat­te sich zu­vor aus dem Pakt zu­rück­ge­zo­gen und ihn scharf kri­ti­siert. Er for­dert ver­bind­li­che­re Zu­sa­gen der Wirt­schaft und ei­nen Ver­zicht auf „Schmal­spur-Aus­bil­dun­gen“.

Brü­der­le sag­te da­ge­gen, der Aus­bil­dungs­pakt sei bis­lang sehr er­folg­reich. In­zwi­schen man­ge­le es nicht mehr an Lehr­stel­len, son­dern an Be­wer­bern. Jetzt müss­ten die Pak­tpart­ner vor al­lem Alt­be­wer­ber und Ju­gend­li­che mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund för­dern.

Laut Bun­des­agen­tur für Ar­beit gibt es zur­zeit 12 300 un­ver­sorg­te Be­wer­ber und 19 600 un­be­setz­te Lehr­stel­len. In NRW wa­ren 2010 ins­ge­samt 100 280 Aus­bil­dungs­plät­ze zur Be­set­zung ge­mel­det, 5 810 oder gut 6 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. 2 790 Aus­bil­dungs­plät­ze wa­ren En­de Sep­tem­ber un­be­setzt, weil noch kei­ne ge­eig­ne­ten Be­wer­ber ge­fun­den wa­ren.

Ge­gen­über dem Vor­jahr wa­ren das 523 oder 23 Pro­zent mehr. 3 253 Be­wer­ber blie­ben En­de Sep­tem­ber oh­ne Lehr­stel­le. Ge­gen­über dem Vor­jahr wa­ren das 814 oder 20 Pro­zent we­ni­ger Un­ver­sorg­te. Der DGB sieht ei­ne grö­ße­re Lehr­stel­len­lü­cke.

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