1. FC Kle­ve: „Ge­heim­tref­fen“ bis tief in die Nacht

Rheinische Post Goch - - Sport Lokal - VON PE­TER JANS­SEN

Wor­auf der 1. FC Kle­ve der­zeit bau­en kann, scheint zu­min­dest das krea­ti­ve Po­ten­zi­al sei­ner Fans zu sein. Dies be­wie­sen die An­hän­ger des zu­letzt in ei­ne ex­tre­me fi­nan­zi­el­le Schief­la­ge ge­ra­te­nen Ver­eins in der Fuß­ball-NRW-Li­gapar­tie ge­gen TSV Ger­ma­nia Win­deck. Durch den Song: „FC Kle­ve, FC Kle­ve... blau­er Him­mel, ro­te Zah­len...“, zeig­ten sich auch Tri­bü­nen­be­su­cher zu­min­dest kurz­zei­tig sicht­lich amü­siert.

Ei­nen Ein­druck, den man beim Be­such des Spiels ge­win­nen konn­te, war: Nicht we­ni­ge FC-Freu­de woll­ten ge­ra­de vor ei­nem schwe­ren Spiel in ei­ner noch schwie­ri­ge­ren Si­tua­ti­on Flag­ge zei­gen. Ne­ben Frank Ruf­fing, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Volks­bank Kle­ver­land, und Hans Geurts, Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats, wa­ren auch Oli­ver Lu­er­weg, ehe­ma­li­ger 2. Vor­sit­zen­der des Ver­eins, Kle­ves CDU-Frak­ti­ons­chef Udo Jans­sen so­wie zahl­rei­che wei­te­re Freun­de des Ver­eins auf dem Bres­ser­berg, die oh­ne Zwei­fel nicht im­mer lü­cken­los die Spie­le des 1. FC ver­fol­gen.

Am Mon­tag­abend fand im Ho­tel Gol­den Tu­lip Cle­ve ein Tref­fen der Füh­rungs­gre­mi­en des 1. FC Kle­ve bis tief in die Nacht statt. Vor­stand und Ver­wal­tungs­rat so­wie zahl­rei­che „ge­la­de­ne Gäs­te“ nah­men an der Ver­an­stal­tung teil. Un­ter ih­nen auch Dr. Jörg Al­ver­mann aus Köln, der sich aufs Steu­er­recht spe­zia­li­siert hat. Er soll dem 1. FC hel­fen, die sei­tens der Fi­nanz­be­hör­de zu­ge­sand­te Auf­stel­lung über Steu­er­nach­zah­lun­gen zu drü­cken.

Zu dem Er­geb­nis des Ge­heim­tref­fens will sich der Ver­ein nicht äu­ßern. In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung heißt es dem­ent­spre­chend kurz und knapp: „Der 1. FC Kle­ve hat die Ar­beit an ei­nem neu­en Sa­nie­rungs­kon­zept auf­ge­nom­men. Vor­stand und Ver­wal­tungs­rat ha­ben ein­mü­tig be­schlos­sen, wäh­rend des Ver­fah­rens Still­schwei­gen zu wah­ren und von Was­ser­stands­mel­dun­gen ab­zu­se­hen“.

All­zu lan­ge kann das Schwei­gen je­doch nicht an­hal­ten, schließ­lich hat­te FC-Pres­se­spre­cher Frank Wöb­be­king am ver­gan­ge­nen Frei­tag ver­kün­det, dass im Lau­fe die­ser Wo­che die Ver­ant­wort­li­chen des Ver­eins über die wei­te­ren Schrit­te in­for­mie­ren wer­den.

Der­zeit hat der 1. FC Kle­ve zwei Bau­stel­len. Die ei­ne ist die Auf­stel­lung der Steu­er­be­hör­de, die ei­ne Nach­zah­lung von 570 000 Eu­ro be­inhal­tet. Die­ses Ver­fah­ren, so heißt es auch aus FC-Krei­sen, kön­ne sich Jah­re hin­zie­hen. Die einst zu­rück­ge­leg­te Sum­me von et­wa 250 000 Eu­ro dürf­te zwar nicht aus­rei­chen, um al­le For­de­run­gen zu be­glei­chen, doch soll zu­dem ver­sucht wer­den, den Be­trag zu drü­cken.

Das zwei­te The­ma, das im Ho­tel Gol­den Tu­lip Cle­ve be­han­delt wur­de, ist die Si­cher­stel­lung der wirt- schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit des Ver­eins. Da­mit der Klub nicht tur­nus­mä­ßig von der Plei­te be­droht ist, wur­den und wer­den Geld so­wie Sach­leis­tun­gen, die bei der Fer­tig­stel­lung des Sta­di­ons hel­fen kön­nen, ak­qui­riert. Wenn näm­lich ei­ne wirt­schaft­lich aus­kömm­li­che Si­tua­ti­on vor­han­den ist, dann gibt es ei­ne Chan­ce, die von der Stadt zu­rück ge­for­der­te Zu­schuss­ra­te nicht zah­len zu müs­sen und auch die aus­ste­hen­de Ra­te noch zu be­kom­men.

Nach RP-In­for­ma­tio­nen war das Tref­fen aus Sicht des 1. FC po­si­tiv, oh­ne dass man die Sekt­kor­ken hät­te knal­len las­sen kön­nen. 234 000 Eu­ro feh­len dem 1. FC Kle­ve nach dem Gut­ach­ten der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft „thp“ für die Sai­son 2010/11. Die müs­sen auf­ge­bracht wer­den, da­mit die Spiel­zeit sich wirk­lich als „aus­kömm­lich“ dar­stellt.

RP-ARCHIVFOTO: G. EVERS

Uwe Dö­nisch-Sei­del, Vor­sit­zen­der des 1. FC Kle­ve.

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