„Per­so­nal in Aa­che­ner Ge­fäng­nis akut ge­fähr­det“

Rheinische Post Goch - - Vorderseite - VON GERHARD VOOGT

DÜSSELDORF Jus­tiz­ex­per­ten be­kla­gen ekla­tan­te Si­cher­heits­män­gel in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA) Aa­chen. Dort war in der ver­gan­ge­nen Wo­che ein JVA-Be­diens­te­ter von ei­nem Ge­fan­ge­nen schwer ver­letzt wor­den, als er die Zel­len für die Frei­stun­de auf­ge­schlos­sen hat­te. Wie jetzt be­kannt wur­de, war das Op­fer zum Zeit­punkt des An­griffs mit 20 Ge­fan­ge­nen al­lein auf dem Flur. Pe­ter Bie­sen­bach, Vi­ze-Chef der CDU-Land­tags­frak­ti­on, sprach von ei­nem „Skan­dal“ und leg­te der An­stalts­lei­te­rin den Rück­tritt na­he.

Die Zu­stän­de sei­en „ein kla­rer Ver­stoß ge­gen die Si­cher­heits­richt­li­ni­en des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums“, kri­ti­sier­te Bie­sen­bach. Dort sei ge­re­gelt, dass nicht mehr als drei Häft­lin­ge mit ei­nem Ge­fan­ge­nen al­lein sein dürf­ten. Nach der Atta­cke ha­be der Tä­ter je­der­zeit mit dem Schlüs­sel des ver­letz­ten Wach­man­nes bis zum Tor ge­lan­gen oder ei­ne Gei­sel neh­men kön­nen, so Bie­sen­bach. Bei der „enor­men Zu­sam­men­bal­lung“ von Schwerst­kri­mi­nel­len wer­de die Si­cher­heit „leicht­fer­tig aufs Spiel ge­setzt“.

Auch Klaus Jä­kel, Lan­des­vor­sit­zen­der des Bunds der Straf­voll­zugs­be­diens­te­ten, warn­te vor den „Si­cher­heits­lü­cken“ in der JVA Aa­chen. Es sei fa­tal, dass aus­ge­rech­net in der „ge­fähr­lichs­ten Haft­an­stalt des Lan­des“ zu we­nig Per­so­nal vor­han­den sei. Ur­sa­che da­für sei der ho­he Kran­ken­stand. Das Mi­nis­te­ri­um müs­se dar­über nach­den­ken, Per­so­nal um­zu­schich­ten. „Sonst ist das Le­ben der Be­diens­te­ten in aku­ter Ge­fahr“, so Jä­kel.

Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um wies die Vor­wür­fe zu­rück. Der Per­so­nal­schlüs­sel von eins zu drei be­zie­he sich nur auf die Es­sen­aus­ga­be und ha­be Hy­gie­ne­grün­de. Der An­griff auf den Be­diens­te­ten sei auch nicht zu ver­hin­dern ge­we­sen, wenn mehr Be­am­te in der Nä­he ge­we­sen wä­ren.

Bru­ta­ler An­griff – Be­am­ter war al­lein mit

20 Häft­lin­gen

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