Müh­sam in­te­griert

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

NVON EVA QUADBECK

ach die­sem Som­mer muss­te ir­gend­ein Ge­setz her. Wo­chen­lang hat die Re­pu­blik über die ver­quas­ten The­sen des ehe­ma­li­gen Ber­li­ner Fi­nanz­se­na­tors Thi­lo Sar­ra­zin zum The­ma In­te­gra­ti­on de­bat­tiert. Da konn­te die Re­gie­rung nicht um­hin, den Ein­druck zu er­we­cken: Die tun was. Her­aus­ge­kom­men ist ein Ge­setz, das die be­ste­hen­den Re­geln le­dig­lich ein klei­nes biss­chen nach­jus­tiert.

Die Tat­sa­che, dass die Re­gie­rung mit gro­ßem Tam­tam ei­ne klei­ne Än­de­rung ver­kauft, zeigt zwei­er­lei. Es of­fen­bart zum ei­nen, dass es in der In­te­gra­ti­ons­po­li­tik kein De­fi­zit bei der Er­kennt­nis gibt, son­dern beim prak­ti­schen Um­gang mit den Pro­ble­men. Des­halb hat es auch sei­ne Be­rech­ti­gung, Sank­tio­nen für In­te­gra­ti­ons­un­wil­li­ge ge­setz­lich nach­zu­bes­sern, wenn sie in der Pra­xis nicht aus­rei­chend an­ge­wen­det wer­den. Die­se Art der Ge­setz­ge­bung be­legt zum an­de­ren, dass in der In­te­gra­ti­ons­po­li­tik ei­ne Kluft zwi­schen Volk und Po­li­tik steht. Wie die Sar­ra­zinDe­bat­te ge­zeigt hat, ha­ben vie­le Bür­ger den Ein­druck, die Po­li­tik ver­sa­ge bei der In­te­gra­ti­on der Zu­wan­de­rer. Die­sem Ein­druck ver­sucht die Re­gie­rung nun mit Ge­setz­ge­bungs-Ak­tio­nis­mus ent­ge­gen­zu­tre­ten. An den rea­len Pro­ble­men wird dies nicht viel än­dern. In­te­gra­ti­on bleibt ein müh­sa­mes Ge­schäft. BE­RICHT:

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