Drei Na­tur­ka­ta­stro­phen tref­fen In­do­ne­si­en

Ein Erd­be­ben, ein Tsu­na­mi und ein Vul­kan­aus­bruch ha­ben in In­do­ne­si­en gro­ße Land­stri­che ver­wüs­tet. Mehr als 300 Men­schen ka­men ums Le­ben. Hun­der­te wer­den noch ver­misst. Die Hil­fe läuft nur schlep­pend an.

Rheinische Post Goch - - Politik -

PADANG (RP) Drei Na­tur­ka­ta­stro­phen in­ner­halb von we­ni­ger als 24 St­un­den ha­ben den In­sel­staat In­do­ne­si­en ins Cha­os ge­stürzt: Ret­tungs­kräf­te such­ten auf der ent­le­ge­nen Men­ta­wai-In­sel­ket­te im In­di­schen Oze­an nach Über­le­ben­den der Tsu­na­mi-Wel­le, die von ei­nem Erd­be­ben der Stär­ke 7,7 aus­ge­löst wor­den war. Auf der eben­falls zu In­do­ne­si­en ge­hö­ren­den In­sel Ja­va ver­such­ten Be­woh­ner, nach dem Aus­bruch des Vul­kans Me­ra­pi ( Der Na­me be­deu­tet „Feu­er­berg“) zu ih- ren Häu­sern zu­rück­zu­keh­ren, ob­wohl Ka­ta­stro­phen­schüt­zer drin­gend da­von ab­rie­ten. Die Be­hör­den ge­hen in­zwi­schen von mehr als 300 To­ten aus: Bei dem Tsu­na­mi sei­en min­des­tens 272 Men­schen ums Le­ben ge­kom­men, wei­te­re 412 wür­den noch ver­misst. Auf Ja­va stieg die Zahl der To­ten nach dem Aus­bruch des Me­ra­pi auf 30.

Prä­si­dent Su­si­lo Bam­bang Yud­ho­yo­no un­ter­brach ei­nen Staats­be­such in Viet­nam. Aus­tra­li­ens Re­gie­rungs­che­fin Ju­lia Gil­lard bot dem Land Un­ter­stüt­zung an. In­do­ne­si­ens Au­ßen­mi­nis­ter Mar­ty Na­ta­le­ga­wa sag­te al­ler­dings vor ei­nem Tref­fen der Grup­pe süd­ost­asia­ti­scher Staa­ten in der viet­na­me­si­schen Haupt­stadt Ha­noi, sein Land be­nö­ti­ge vor­aus­sicht­lich kei­ne in­ter­na­tio­na­le Hil­fe.

Ers­te Luft­auf­nah­men zeig­ten da­ge­gen das Aus­maß der Ver­wüs­tung: Der Tsu­na­mi hat gro­ße Ge­bie­te über­schwemmt. Mehr als ein Dut­zend Dör­fer auf der am schwers­ten be­trof­fe­nen In­sel­ket­te Men­ta­wai wa­ren auch ges­tern von der Au­ßen- welt ab­ge­schnit­ten. In zwei Küs­ten­or­ten auf den In­seln Pa­gai und Si­l­a­bu riss ei­ne drei Me­ter ho­he Wel­le Hun­der­te Häu­ser mit sich. Im Dorf Mun­tei Ba­ru auf Si­l­a­bu wur­den 80 Pro­zent der Häu­ser zer­stört. We­gen star­ken Win­des und rau­er See war es für Ret­tungs­kräf­te schwie­rig, in das Ka­ta­stro­phen­ge­biet vor­zu­drin­gen.

Papst Be­ne­dikt XVI. for­der­te die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft auf, rasch Hil­fe nach In­do­ne­si­en zu schi­cken. US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma äu­ßer­te sich be­stürzt über den „Ver­lust von Men­schen­le­ben, die Ver­let­zun­gen und Schä­den“. Die USA stün­den be­reit für „jeg­li­che Art der Hil­fe“, er­klär­te Oba­ma, der als Kind ei­ni­ge Jah­re in In­do­ne­si­en ge­lebt hat­te. Der In­sel­staat liegt auf dem so­ge­nann­ten pa­zi­fi­schen Feu­er­ring, wo sich jähr­lich Hun­der­te Erd­be­ben we­gen an­ein­an­der­rei­ben­der Erd­plat­ten er­eig­nen. Bei der Tsu­na­miKa­ta­stro­phe 2004 wur­den in meh­re­ren Küs­ten­ge­bie­ten des In­di­schen Oze­ans mehr als 220000 Men­schen ge­tö­tet. Am schlimms­ten be­trof­fen war In­do­ne­si­en mit 168000 To­ten.

FO­TO: REUTERS

Ein Be­woh­ner ist nach dem Aus­bruch des Me­ra­pi (im Hin­ter­grund) in die ver­wüs­te­te Re­gi­on zu­rück­ge­kehrt.

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