Eon schreibt 2,6 Mil­li­ar­den ab

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON REIN­HARD KOWALEWSKY

DÜSSELDORF Deutsch­lands größ­ter Ener­gie­kon­zern Eon hat ges­tern über­ra­schend ei­ne Son­der­ab­schrei­bung von 2,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­kün­det. Da­mit stellt Vor­stands­chef Jo­han­nes Teyssen sechs Mo­na­te nach sei­nem Amts­an­tritt end­gül­tig klar, dass sein Vor­gän­ger Wulf Ber­no­tat ei­ni­ge Zu­käu­fe in Sü­d­eu­ro­pa wohl zu teu­er be­zahl­te. Ber­no­tat hat­te die Fir­men im Zu­ge des Über­nah­me­kamp­fes um den spa­ni­schen Strom­rie­sen En­de­sa qua­si als „Trost­preis“ be­kom­men, nach­dem En­de­sa die Über­nah­me mit po­li­ti­scher Hil­fe ab­ge­wehrt hat­te.

Kon­kret geht es nun dar­um, dass Eon die Wer­te von Be­tei­li­gun­gen in Ita­li­en,Frank­reich und Spa­ni­en ab­wer­tet, weil sich dort die Mar­gen deut­lich schlech­ter ent­wi­ckel­ten als noch un­ter Ber­no­tat an­ge­nom­men. Das Un­ter­neh­men rech­net da­mit, dass die über­nom­me­nen Fir­men wei­ter­hin schlech­ter als er­war­tet lau­fen – dar­um sei ei­ne Ab­wer­tung von de­ren Buch­wert zwangs­wei­se („Im­pair­ment-Test“). Falls die Zah­len sich un­er­war­tet doch gut ent­wi­ckeln, hat der erst 51-jäh­ri­ge Teyssen ei­ne gu­te Ba­sis für künf­ti­ge Buch­ge­win­ne ge­schaf­fen.

Un­ge­ach­tet der Ab­schrei­bun­gen läuft das ope­ra­ti­ve Ge­schäft des Düs­sel­dor­fer Dax-Kon­zerns gut. Das Er­geb­nis vor Zin­sen und Steu­ern („ad­jus­ted Ebit“) stieg in den ers­ten neun Mo­na­ten des Jah­res um neun Pro­zent auf acht Mil­li­ar- den Eu­ro. Eon be­stä­tig­te den Aus­blick für 2010, dem zu­fol­ge das Ebit sta­bil bleibt oder bis zu drei Pro­zent steigt. Die Di­vi­den­den­zah­lung wird un­ge­ach­tet der nun er­folg­ten Son­der­ab­schrei­bung be­rech­net, da sie nicht kas­sen­wirk­sam ist. Den kom­plet­ten Neun­mo­nats­be­richt will Eon am 10. No­vem­ber vor­le­gen.

Un­ter­des­sen kann Eon sein Strom-und Gas­ge­schäft in den USA wie vor ei­nem hal­ben Jahr ver­ein­bart für rund 5,5 Mil­li­ar­den Eu­ro an den US-Ver­sor­ger PPL ver­kau­fen. Die US-Bun­des­auf­sicht gab das Vor­ha­ben frei, wie Eon mit­teil­te. Da­mit sei ein Ab­schluss zum 1. No­vem­ber mög­lich. Ins­ge­samt hat sich der Kon­zern vor­ge­nom­men, bis Jah­res­en­de Be­tei­li­gun­gen für min­des­tens zehn Mil­li­ar­den Eu­ro zu ver­äu­ßern. Das Ziel sei be­reits deut­lich über­trof­fen, so Eon.

Schlecht sieht es da­ge­gen an der Bör­se aus. Der Kurs hat sich in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren prak­tisch hal­biert. Im ver­gan­ge­nen Jahr sack­te die No­tie­rung um 20 Pro­zent ab, ob­wohl der Dax stieg. Mit 44 Mil­li­ar­den Eu­ro ist Eon aber im­mer noch Schwer­ge­wicht im Dax.

FO­TO: LAIF

Seit dem 1. Mai ist Jo­han­nes Teyssen Vor­stands­chef von Eon.

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