Sau­di­scher Che­mie­rie­se will Bay­ers Kunst­stoff-Spar­te

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON ANTJE HÖNING

LE­VER­KU­SEN Neue Ge­rüch­te um ei­nen Ver­kauf von Bay­ers Kunst­stoffSpar­te sor­gen für Un­ru­he. Der sau­di­sche Che­mie-Kon­zern Sa­bic äu­ßer­te In­ter­es­se an Bayer Ma­te­ri­al Sci­ence (BMS). „Wenn Bayer auf uns zu­kä­me, wür­den wir uns das si­cher­lich an­schau­en“, sag­te Sa­bicChef Mo­ha­med Al-Ma­dy der Zei­tung „Die Zeit“. Aus kar­tell­recht­li­chen Grün­den kä­me für Sa­bic aber nur der Po­ly­ure­than-Be­reich in Fra­ge, der im ver­gan­ge­nen Jahr 3,8 Mil­li­ar­den Eu­ro und da­mit die Hälf­te des Um­sat­zes von BMS er­wirt­schaf­tet hat. Die Bayer-Ak­tie leg­te dar­auf­hin um 1,5 Pro­zent zu. Der Kon­zern er­klär­te, er neh­me zu Markt­ge­rüch­ten kei­ne Stel­lung.

Bayer Ma­te­ri­al Sci­ence ist ei­ner von drei Teil­kon­zer­nen der Bayer AG. Seit lan­gem ge­hen Ana­lys­ten da­von aus, dass Bayer die Spar­te ver­kau­fen will, um aus dem Er­lös den von Ana­lys­ten ge­for­der­ten Aus­bau sei­ner Phar­ma-Spar­te zu fi­nan­zie­ren. Die Be­ru­fung von Ma- ri­jn Dek­kers zum neu­en Kon­zern­Chef gab die­sen Ge­rüch­ten neue Nah­rung, weil Dek­kers als ak­ti­ver Port­fo­lio-Ma­na­ger be­kannt und ge­holt wor­den ist. Vor we­ni­gen Wo­chen hat­te Dek­kers zwar noch ge­sagt, dass der Kon­zern an den drei Spar­ten Phar­ma, Pflan­zen­schutz und Kunst­stof­fe fest­hal­ten will. Zu­gleich aber hat­te er be­tont, die sei kei­ne Ga­ran­tie für die Ewig­keit.

Die 1976 ge­grün­de­te Sa­bic ist die größ­te bör­sen­no­tier­te Fir­ma am Golf und die Che­mie­fir­ma mit dem welt­weit höchs­ten Bör­sen­wert. Der in Ri­ad an­säs­si­ge Kon­zern ist zu 70 Pro­zent im sau­di­schen Staats­be­sitz. 2009 setz­te das Un­ter­neh­men 20 Mil­li­ar­den Eu­ro um. In Eu­ro­pa ist es seit dem Jahr 2002 ak­tiv. Da­mals hat­te Sa­bic die Pe­tro­che­mie der nie­der­län­di­schen Che­mie­grup­pe DSM über­nom­men, die un­ter an­de­rem in Gelsenkirchen sitzt.

Sa­bic ist nicht der ers­te, der ein Au­ge auf Bay­ers Kunst­stof­fe ge­wor­fen hat. Der Staats­fonds IPIC aus Abu Dha­bi hat­te be­reits 2009 In­ter­es­se ge­zeigt. Oh­ne Er­folg.

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