Ein Kämp­fer am Früh­stücks­tisch

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post -

Wenn Män­ner fut­tern, dann mu­tet das schon mal so an, als ob es da­bei um Krieg und Frie­den geht.

So sah’s auch ges­tern wie­der aus, als ein Herr da­für sorg­te, dass sein Früh­stücks­ei hin­ge­rich­tet wur­de. Zu­erst wetz­te er sein Mes­ser, dann guil­lo­ti­nier­te er sein Früh­stücks­ei mit ei­nem Schwung, der den blut­rüns­ti­gen fran­zö­si­schen Re­vo­lu­tio­nä­ren al­le Eh­re ge­macht hät­te. Da­mit nicht ge­nug, mas­sa­krier­te er das Drei-Mi­nu­ten-Ei an­schlie­ßend noch mit der Mes­ser­kan­te in vie­le klei­ne Stü­cke mit so viel Kraft aufs Brot, als ob er mit ei­nem Sa­mu­rai­Schwert sei­nem Geg­ner den Gar­aus ma­chen woll­te.

Die Frau sah dem „ge­müt­li­chen Früh­stü­cken“ ei­ne Wei­le zu. Auf ih­re vor­sich­ti­ge Fra­ge „ist das Ei denn nun end­lich tot?“, mein­te er ganz un­schul­dig: „Wie­so?“ GT

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